Audi-Autohaus Lohmann beantragt vorläufige Insolvenz

Finanzielle Probleme wegen rückläufiger Verkaufszahlen - Hoffnung ruht auf Investor

Audi-Autohaus Lohmann beantragt vorläufige Insolvenz

1025.02.1025.02.10|Korbach/ Waldeck|4 Kommentare
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Korbach. Die Autohaus Ewald Lohmann GmbH und Co. in Korbach hat am Donnerstag einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin für den einzigen Audi-Händler Waldeck-Frankenbergs wurde Carola Damm von der Kanzlei Bohlig (Korbach) bestellt.

Die Geschäftsführung bleibt, die Geschäfte dürfen nun aber nur noch mit Damms Genehmigung getätigt werden.

Das Unternehmen existiert seit 77 Jahren. Seit 13 Jahren ist Lohmann Audi-Exklusiv-Händler in der Region. Als Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten verwiesen Verkaufsleiter Jörg Schäfer und kaufmännischer Leiter Frank Schäfer auf rückläufige Neuwagen-Verkaufszahlen und steigende Anforderungen des Herstellers. Habe Lohmann von der Premium-Marke Audi vor Jahren noch fast 400 Stück verkauft, seien es zuletzt nur zwischen 250 und 300 Neufahrzeuge pro Jahr gewesen.

Für den Rückgang seien die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verantwortlich. Die Probleme seien seit 2007 erkennbar gewesen. Durch die Abwrackprämie wurden laut Schäfer im Jahr 2009 zwar die Verluste beim Neuwagen-Verkauf kompensiert, dies ging aber auf Kosten „katastrophaler Gebrauchtwagenpreise“.

Die seit einem Jahren laufenden Gespräche mit einem möglichen Investor sind diese Woche vorerst gescheitert. Dennoch ruhen die Hoffnungen aller Beteiligten darauf, dass der Investor den Betrieb und möglichst alle seine 20 Mitarbeiter und fünf Auszubildenden übernimmt. Dies sei jetzt - nach dem Insolvenzantrag - einfacher, weil der Investor den Neustart ohne frühere Verbindlichkeiten angehen könnte. Jedenfalls hätten Hersteller und Banken großes Interesse daran, dass der Betrieb fortgesetzt wird.

Wie die vorläufige Insolvenzverwalterin Damm weiter berichtete, könne das eigentliche Insolvenzverfahren nach drei Monaten eröffnet werden. Bis dahin, so hofft sie, werde die Investoren-Übernahme gelingen.

Damm sowie Jörg und Frank Schäfers stellten klar, dass das Autohaus für seine 5000 Kunden pro Jahr aus dem ganzen Kreis auch weiterhin den gewohnten Service anbieten wird - von der Reparatur bis zum Gebraucht- und Neuwagenkauf.

Von Andreas Hermann

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