Korbach. Das Tempo, das bei der Abschiebung der Roma-Familie Celic eingeschlagen wird, bereitet Vertretern von Kirchen, Schule und Flüchtlingsberatung in Korbach weiterhin Sorge.
Verwundert zeigte sich am Montag Flüchtlingsberater Rufus Böhringer (Diakonisches Werk), dass der Eingang der von ihm an den Hessischen Landtag gesandten Eil-Petition schon am nächsten Tag bestätigt wurde. Sonst dauere dies acht Tage. Da sich der Vater in Abschiebehaft befinde, ist sich Böhringer nicht mehr sicher, ob die Eingangsbestätigung wirklich aufschiebende Wirkung für die Abschiebung hat.
Nach seinen Informationen ist für 28. Februar eine erneute Sammelabschiebung in den Kosovo geplant. Er hoffe, der nach dem Balkonsprung verletzte und seither im Krankenhaus der Justizvollzugsanstalt Kassel betreute Bashkim Celic sei für diesen Flug nicht vorgesehen. Böhringer: „Als allerwenigsten Respekt erwarten wir, dass der Mann umfassend und abschließend im Krankenhaus behandelt wird.“
Ihre Solidarität mit der Familie Celic wollen der Evangelische Eisenberg-Kirchenkreis als Veranstalter sowie weitere Kirchen und Personen mit einer Kundgebung zum Ausdruck bringen. Diese findet am Mittwoch, 22. Februar, ab 17 Uhr am Berndorfer-Tor-Platz in Korbach statt. Das Bibel-Motto: „Tu deinen Mund auf für die Stummen“.
„Wir wollen das nicht so einfach stehen lassen“, betonte Kilianskirchen-Pfarrer Markus Heßler. Diese Abschiebung beschäftige viele Korbacher. 1150 Menschen hätten die von der Berliner Schule initiierte und von den Kirchen unterstützte Unterschriftenaktion bereits unterzeichnet. Die Schule sende die Listen nun an das Regierungspräsidium Kassel.
Von Andreas Hermann
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