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Kurmedizinische Forschung: „Transnationales Projekt“ in Bad Wildungen möglich

Chancen für neues Institut

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Bad Wildungen. Zwei Jahre nach dem Aus der kurmedizinischen Forschungsstelle in Bad Wildungen steigen die Chancen zur Wiedereinrichtung eines balneologischen Institutes in der Badestadt. Das bekräftigten Vertreter des Europäischen und des Hessischen Heilbäderverbandes am Mittwoch bei der Inbetriebnahme der bäderwissenschaftlichen Bibliothek im Haus der Rudolf-Lorenz-Stiftung.

Besuch in der neuen balneologischen Bibliothek in der Schlossstraße (von links): Reinhard Petry (Projektmanager Europäischer Heilbäderverband), Museumsleiter Bernhard Weller, Joachim Lieber (Generalsekretär Europäischer Heilbäderverband), Almut Boller (Geschäftsführerin Hessischer Heilbäderverband), Ronald Gundlach (Vorsitzender Hessischer Heilbäderverband) und Bürgermeister Volker Zimmermann. Foto:  Schade

Besuch in der neuen balneologischen Bibliothek in der Schlossstraße (von links): Reinhard Petry (Projektmanager Europäischer Heilbäderverband), Museumsleiter Bernhard Weller, Joachim Lieber (Generalsekretär Europäischer Heilbäderverband), Almut Boller (Geschäftsführerin Hessischer Heilbäderverband), Ronald Gundlach (Vorsitzender Hessischer Heilbäderverband) und Bürgermeister Volker Zimmermann. Foto:  Schade

„Es gibt einen europäischen Ansatz für die Einrichtung eines solchen Institutes in unserer Stadt. Daran müssen wir jetzt gemeinsam arbeiten“, sagte Bürgermeister Volker Zimmermann nach einem Vorgespräch mit den Verbandsvertretern. Fragen wie die der Finanzierung, an der das frühere Institut scheiterte, sowie der Trägerschaft sollen nun geklärt werden.

Der Bedarf ist vorhanden. Nach Meinung von Joachim Lieber, Generalsekretär des Europäischen Heilbäderverbandes, ist auf diesem Gebiet in den letzten Jahrzehnten wenig geschehen. „Es wäre gut, wenn wir zu einer verstärkten Zusammenarbeit auf europäischer Ebene kommen und ein transnationales Projekt schmieden könnten, damit die wissenschaftliche Bearbeitung und Erforschung der Themen zeitgemäß erfolgen kann“, sagte er. Zentrales Thema sei, die Wirksamkeit der natürlichen Heilmittel zu belegen. „Sie sind die Existenzgrundlage unserer Heilbäder.“

Ronald Gundlach, Vorsitzender des Hessischen Heilbäderverbandes, verwies darauf, dass es nur noch wenige Institute gebe, die sich dieser Aufgabe widmen. Weiteres Arbeitsfeld könnte nach seiner Ansicht auch das Mitwirken an der Erneuerung der Anerkennung von Heilquellen sein. Allein in Hessen gibt es etwa 100 staatlich geprüfte Heilquellen, deren Anerkennung alles zehn Jahre erneuert werden muss.

Die neue balneologische Bibliothek in der Schlossstraße, eine der größten Deutschlandes, umfasst derzeit etwa 6000 Publikationen - zusammengeführt aus den Beständen der früher in Bad Orb ansässigen Bibliothek des Hessischen Heilbäderverbandes sowie der ehemaligen Wildunger Forschungsstelle. Der Europäische Verband ist bereit, auch seine Bestände nach Bad Wildungen zu verlagern.

Von Jörg Schade

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