105.03.1005.03.10|Korbach/ Waldeck|
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Korbach/Haiti. Überall Staub, Schmutz und kaputte Häuser. Fast zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben mit tausenden Toten auf Haiti müssen noch immer viele Menschen in Zelten oder gar auf der Straße schlafen.

Matthias Floreck
„Die Zerstörung hier ist riesig. Hygiene und Wasser sind ein Riesenproblem“, berichtete Matthias Floreck am Freitagnachmittag am Telefon. Seit 25. Februar hält sich der Geschäftsführer der Korbacher Hilfsorganisation ora international auf der Karibikinsel auf. Floreck befindet sich in der 40 000 Einwohner zählenden Stadt Jacmel, etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt. Und lediglich 26 Kilometer südlich des Erdbeben-Epizentrums an diesem verhängnisvollen 12. Januar 2010 gelegen.
Entsprechend groß ist die Betroffenheit. In Jacmel unterstützt ora seit zwölf Jahren ein Waisenhaus und ein Schulprojekt. Gleich nach dem Beben startete die Organisation die Soforthilfe. Wenig später kündigte Floreck an, man wolle und werde sich längerfristig am Wiederaufbau des zerstörten Landes beteiligen.
„Wir stehen am Anfang eines guten Weges. Und wir brauchen Paten und Freunde, die mit uns gehen.“
matthias floreck zum hilfseinsatz für haiti
Ora schickte Ende Januar einen 16 Tonnen schweren Container mit Hilfsgütern im Wert von 120 000 Euro auf den Weg. Zur Verteilung der Waren flog Floreck mit Projektkoordinator Kevin Black in das Krisengebiet. Nach seinen Eindrücken schwanken die Haitianer zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Es herrsche Fassungslosigkeit, weil die Leute keine Wohnung, keinen Job und kein Einkommen mehr haben. „Nur der Alltag lenkt von drohender Verzweiflung ab.“
Hoffnung geben die zahlreichen Hilfsorganisationen, die sich inzwischen auf der Karibikinsel engagieren. Aber, so betonte Floreck, die Menschen seien abhängig von der Hilfe, weil sie selbst nichts mehr hätten.
Hilfe auf Dauer will ora mit einem neuen Projekt geben: der Aufbau einer Kindertagesstätte in einem Randbezirk von Jacmel (siehe Hintergrund). Mit diesem Tageszentrum wolle man die gesamten Familien erreichen.
„Man gewinnt mit der Hilfe nur dann, wenn man dafür auch die Gemeinschaft gewinnt.“ Derzeit nehme man Kontakt zu Familien auf, analysiere Bedürfnisse und richte die Versorgungskette ein.
Am Montag kehrt der ora-Geschäftsführer zurück nach Korbach - nach knapp zwei Wochen Hilfseinsatz auf Haiti. Man habe den Container ans Ziel gebracht, habe die Güter verteilt, die Wasser-Aufbereitungsanlage eingerichtet und das Wiederaufbau-Projekt gestartet. Matthias Floreck: „Ich bin schon zufrieden.“ Fotos: nh
Von Andreas Hermann
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