Rhoden. Überrascht sei er und sehr erfreut, sagte Dr. Klaus Wendt vom Waldeckischen Geschichtsverein, dass so viele ihren Weg zum jüdischen Friedhof gefunden hätten, um der Buchvorstellung von Heinrich Friele und Karl Heinemann beizuwohnen. „Warum überrascht“, konterte Buchautor Friele prompt: „Wir sind hier doch in Rhoden!“
Doch nicht nur Rhodener waren gekommen, auch Gäste von außerhalb, und das freute die beiden Autoren besonders, die am Freitag ihre Dokumentation „Der jüdische Friedhof Rhoden“ präsentierten. Ein Werk, das die Geschichte der auf dem Heidhügel gelegenen Ruhestätte aufarbeitet und jetzt vom Waldeckischen Geschichtsverein herausgebracht wurde (HNA berichtete).
Die große Anteilnahme zeige, dass nicht nur „irgendein“ Buch vorgestellt werde, sondern ein ganz besonderes, sagte Geschichtsvereinsvorsitzender Dr. Wendt in seiner Begrüßungsrede. Der jüdische Friedhof sei nicht nur ein Kulturdenkmal, sondern vor allem ein Ort der Erinnerung. Und es sei der Verdienst von Heinrich Friele und Karl Heinemann, dass sie dieses „steingewordene Mahnmal gegen das Vergessen“ bewahrt und gezeigt hätten, was jüdisches Gemeindeleben vermocht habe.
Nach einem Rundgang über den Friedhof war zu einer Feierstunde in die Gaststätte Zum Krug eingeladen worden, wo Friele das Buch, an dem er über Jahre gearbeitet hatte, erläuterte. Mitverfasser Heinemann war dabei vor allem für den gesamten technischen Teil zuständig, samt digitaler Fotodokumentation, koordinatengenauer Einmessung der Grabsteine und PC-Verarbeitung.
Musikalisch begleitet wurde die Buchvorstellung vom Posaunenchor Rhoden unter Leitung von Oliver Klaus. Ebenfalls präsentiert wurde an dem Nachmittag ein Aufsatz von Heinrich Friele über die Rhoder Synagoge, der in den neuen Geschichtsblättern für Waldeck erscheint. Er konnte als Sonderdruck erworben werden.
Das Buch „Der jüdische Friedhof Rhoden“ kostet zwölf Euro und kann beim Waldeckischen Geschichtsverein erworben werden.
Von Kathrin Lerner



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