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Willi Klein aus Dorfitter berichtet von seinem Erlebnissen mit seinem VW-Käfer

Immer Spaß gehabt

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Dorfitter. Im März 1974 erhielt ich meinen „Auto-Führerschein“ und entdeckte am Samstag darauf eine Anzeige in der HNA: „VW Käfer 1200, schon etwas älter, zu verkaufen“. Nach telefonischer Terminabstimmung mit dem Verkäufer eilte ich nach Immighausen und erstand das gute Stück für 300 DM. Dies waren zwei Monatsgehälter für mich als Lehrling im zweiten Lehrjahr, was mich erheblich zurückwarf in meiner Finanzplanung. Der Führerschein hatte schon etwas über das Doppelte gekostete, allerdings war hier auch noch der Mopedschein enthalten.

Zerlegt: Der VW-Käfer von Willi Klein aus Dorfitter fand sein Ende bei einem Stockcar-Rennen in Adorf. Dort wurde er von einem anderen Auto gerammt. Foto:  nh

Zerlegt: Der VW-Käfer von Willi Klein aus Dorfitter fand sein Ende bei einem Stockcar-Rennen in Adorf. Dort wurde er von einem anderen Auto gerammt. Foto:  nh

Nach dem Verheizen der ersten Tankfüllung bekam ich große Augen, der Käfer brauchte 14 Liter „Blütensaft“, der Liter war damals für etwa 85 Pfennig zu erstehen. 34 PS und 14 Liter Verbrauch, man gönnt sich ja sonst nichts.

Dann kamen die ersten Fahrten im Schnee und damals hatten wir noch Schnee. Dank Heckantrieb ging das gute Stück überall durch, selbst über die zugewehten Flugplatzwege gab es keinen Halt.

Die damals noch erlaubten Spikes waren zwar geschwindigkeitsbeschränkt, daran hielten sich aber die wenigsten der Spikesfahrer-Fraktion. Es kam, was kommen musste: Bei 140 km/h (Rückenwind, fast freier Fall und angelegte Außenspiegel) verabschiedeten sich die Spikes aus dem Profil und fetzten durch die Kotflügel. Mit breitem Grinsen im Gesicht waren auch die 14 Liter vergessen. Der Fahrspaß überwog, auch wenn die warme Heizungsluft vom Motorgebläse vorne nicht ankommen wollte und die Scheiben währen der Fahrt zufroren. Da der Rost bereits nagte, endete die Warmluftzufuhr bereits an der Rückbank und der Käfer erfand eine der ersten Sitzheizungen. Die 6-Volt-Lichtmaschine gab ihr bestes dazu und im Dunkeln konnte man auch etwas sehen, wenn es nicht regnete und man die Scheibenwischer nicht benötigte.

Den Käfer habe ich dann bis zum August 1975 ohne größere Probleme und Reparaturen gefahren und dank des „negativen Sturzes“ und dem Heckmotor lag das „Insekt“ wie ein Brett auf der Straße. Mit dem Käfer hatte ich immer Spaß bei Discobesuchen, Campingausflügen und allem, was man so in den Siebzigern mit seinen Freunden und Freundinnen unternommen hat. Kenner wissen dies zu schätzen.

Leider wurde bei einem Routinestop der Polizei wegen weggerosteter tragender Teile das TÜV-Siegel entfernt und die „Käfermanie“ hätte fast ein jähes Ende gehabt. Aber es gab noch einen Höhepunkt: In Adorf fand eines der ersten Stockcar-Rennen statt, dies war ein Karambolagerennen, bis nichts mehr läuft.

Mein Käferchen startete durch und belegte in der 1200er Klasse den zweiten Platz mit nur einem Punkt Rückstand. Wir gerieten in Euphorie und nahmen auch noch am Rodeo teil.

Zum Verständnis: Im Rodeo fahren alle Autos, die noch fahrtüchtig sind, gegeneinander. PS und Hubraum sind hierbei Nebensache. Noch in der ersten Runde wurden wir von einem „V 8 - Ami“ von hinten erlegt und fanden uns nach fünfeinhalbfachem Salto über die Reifenstapel außerhalb der Streckenabsperrung auf dem Dach liegend wieder.

Da der Motor bereits direkt hinter dem Fahrersitz angekommen war, bedingt durch den Geschwindigkeitsüberschuss des Amis von etwa 60 km/h, war jetzt endgültig Schluss.

Es freute sich nur noch der „Chira“, dass er wieder einen „toten Käfer“ mit zu seinem Schrottplatz nehmen konnte. (nh)

Unsere Serie:

Haben Sie auch ein Käfer-Erlebnis? Dann schreiben Sie uns und schicken Sie uns am besten ein Bild von sich und ihrem Käfer mit.

HNA-Redaktion

Flechtdorfer Straße 4

34497 Korbach

E-Mail: korbach@hna.de

Von Willi Klein

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