Eppe/Waldeck-Frankenberg. Während fast überall im Landkreis Pfarrstellen relativ geräuschlos zusammengelegt beziehungsweise gestrichen wurden, regt sich im kleinen Korbacher Ortsteil Eppe lauter Widerstand.
860 Unterschriften gegen die Auflösung der Pfarrstelle haben die Epper gesammelt – und das, obwohl die evangelische Gemeinde dort nur 232 Mitglieder hat.
Nicht nur viele Protestanten wollen das Pfarrerehepaar im Dorf behalten, auch viele Katholiken haben sich auf der Unterschriftenliste eingetragen. Denn in Eppe wird die Ökumene gelebt, in der Spiel- und Krabbelgruppe etwa sind 70 Prozent der Kinder katholisch. Die Situation der evangelischen Christen in der eher katholisch geprägten Region müsse stärker berücksichtigt werden, fordern die Epper. Alle vier Kirchenkreise in Waldeck-Frankenberg müssen Pfarrstellen einsparen, fordert die Landeskirche.
Im Kirchenkreis Frankenberg sind bereits 1,25 Pfarrstellen eingespart worden. „Damit ist das von der Landeskirche bis 2017 geforderte Einsparziel erreicht“, teilt Dekanin Petra Hegmann mit. „Es gab einzelne Proteste in den Jahren 2009 und 2010, als die Reduzierung vollzogen wurde“, sagt sie. Nun sei das Thema durch die bereits vollzogenen Einsparungen in den Hintergrund getreten. Dekan Peter Lauch spricht von einer befriedeten Situation im Kirchenkreis der Eder.
Durch die Aufgabe der Pfarrstelle in Hemfurth-Edersee und der Zusammenlegung mit Affoldern, sei eine Stelle gemäß einer Vorgabe der Landessynode eingespart worden. Eine weitere Verschiebung habe es durch die Ausgliederung Buhlens aus dem Kirchspiel Affoldern nach Waldeck gegeben. Der Kirchenkreis der Eder verfüge somit über 18 Gemeindepfarrstellen zuzüglich der Kur- und Klinikseelsorge. „Es hat keine Proteste wegen der Zusammenlegungen gegeben. Alle Beteiligten sind mit größtem Respekt aufeinander zugegangen und haben einvernehmliche Vereinbarungen getroffen“, sagte Peter Laucht. Im Kirchenkreis des Eisenberges wurden bereits die Pfarrstelle in Flechtdorf auf eine Dreiviertelstelle verringert (plus Gehörlosenseelsorge) sowie die Pfarrstellen Eimelrod und Rhena zusammengeschlossen. Geplant ist zudem,
• die Pfarrstelle Willingen 2 aufzulösen: Schwalefeld und Rattlar sollen zu Usseln, die Urlauberseelsorge soll an die Pfarrstelle Willingen 1 gehen
• die Pfarrstellen Höringhausen und Meineringhausen zu fusionieren, wenn die Höringhäuser Pfarrerin in Ruhestand geht.
• die halbe Pfarrstelle in Eppe im Jahr 2012 aufzuheben und die Kirchengemeinde Eppe mit dem Kirchspiel Nieder-Ense zu verbinden. (Dagegen gibt es die Proteste in Eppe, Nieder-Schleidern und Hillershausen mit bislang 860 Unterschriften)
1,75 Pfarrstellen müssen im Kirchenkreis der Twiste bis 2017 eingespart werden. Ziel ist, dann elf volle Gemeinde-Pfarrstellen aufweisen zu können. „Dieses Ziel haben wir fast erreicht“, sagt die kommissarische Dekanin, Pfarrerin Marianne Maltzahn aus Schmillinghausen. Durch die Zusammenlegung von Külte und Schmillinghausen zum Beispiel wurden 0,75 Stellen gespart.
Das war allerdings auch der Bereich, wo es am meisten Protest gab: Vehement haben sich die Külter gegen die Aufgabe der Pfarrstelle in ihrem Ort gewehrt, haben protestiert und Unterschriften gesammelt. Külte sei der größere Ort, hieß es von den Verfechtern, der Sitz der Pfarrstelle gehöre dorthin und nicht nach Schmillinghausen. Der Prozess der Einsparung im Kirchenkreis sei aber auch nach 2017 nicht abgeschlossen, ist sich Maltzahn sicher: „Die Zahl der Gemeindeglieder geht weiter zurück, und es wird zu weiteren schmerzlichen Einschnitten kommen.“ (ler)/ukl/mab/aha/emr)



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