Prof. Jedicke stellt Grundkonzept für ein Naturschutzgroßprojekt Diemelsee vor

Naturpark hat Großes vor

421.10.1121.10.11|Korbach/ Waldeck|
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Willingen/Diemelsee/Korbach. Die biologische Vielfalt verbessern, die Regionalentwicklung fördern und die (touristische) Wertschöpfung stärken: Das sind wichtige Ziele eines Naturschutzprojektes für den Naturpark Diemelsee. Prof. Dr. Eckhard Jedicke (Bad Arolsen) stellte im Zweckverband des Naturparks den Entwurf vor.

Blick in den Naturpark Diemelsee: Geht es nach dem Willen des Naturparks, soll in der Region ein von der Bundesregierung gefördertes Naturschutzgroßprojekt gestartet werden. Das Bild wurde von St. Muffert aufgenommen. Foto:  Wolfgang Lübcke

Blick in den Naturpark Diemelsee: Geht es nach dem Willen des Naturparks, soll in der Region ein von der Bundesregierung gefördertes Naturschutzgroßprojekt gestartet werden. Das Bild wurde von St. Muffert aufgenommen. Foto:  Wolfgang Lübcke

Gelingt die finanzielle Förderung und die Anerkennung, ist das Papier erste Grundlage für ein Naturschutzgroßprojekt, das von der Bundesregierung gefördert wird. Im Kellerwald wird ein solches Projekt bereits erfolgreich praktiziert.

Die „vielfältige Natur ist das Kapital der Diemelsee-Region“, stellte Jedicke fest. Von der abwechslungs- und artenreichen Landschaft profitiert der Tourismus. Dabei dient die Landschaft auch der Erzeugung von Lebensmitteln, Baumaterial und Energie.

Gleichzeitig ist sie Wohn-, Arbeits- und Lebensraum der Bevölkerung. Durch einen integrativen Naturschutz soll diese Landschaft gemeinsam mit den Landnutzern und -bewohnern entwickelt und für eine nachhaltige regionale Wertschöpfung genutzt werden, schlägt Jedicke vor.

Gemeinsam mit der Region

Dabei soll ein Biotopverbund Diemel auch als Anpassungsstrategie an den Klimawandel dienen – und das kreis- und länderübergreifend bis nach Nordrhein-Westfalen.

Freiwilligkeit wichtig

Eins ist dem Bad Arolser wichtig: Das Projekt soll nicht „unter einer Käseglocke“ erfolgen. Jedicke setzt auf Freiwilligkeit: Werde das Projekt umgesetzt, könne niemand zur Beteiligung gezwungen werden. Das Vorhaben müsse so angelegt sein, dass es die Menschen der Region tragen.

Eine ganze Reihe von Themen sieht Jedicke in dem Gebiet: Neben dem Biotopverbund als Anpassungsstrategie gegen den Klimawandel sind das unter anderem die Naturschutzberatung für Landwirte, großflächige extensive Beweidung, die Renaturierung von Bergwiesen, Quellenschutz, die Förderung von Blütenbestäubern (Imkerei und Naturschutz).

Weitere wichtige Rollen spielen für den Verfasser die Entwicklung der Heideflächen in den bundesweit bedeutenden Hochheiden sowie ein freiwilliger Öko-Landbau.

Natur-Info aufs Handy

Ergänzt werden können diese Themen durch Naturinformationen für Handy oder Iphone, durch Geopark- und Naturpark-Lehrpfade. Die Vermarktung regionaler Produkte, aber auch eine Bioenergie-Erzeugung und Nutzung in Bürgerhand sind weitere Themen, die Jedicke vorschlägt.

Von Bernd Schünemann

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