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Niederstraßer zu Reisekostenaffäre: Ich war ahnunglos

FWG-Kreisvorsitzender wirft SPD Diffamierungskampagne vor

Niederstraßer zu Reisekostenaffäre: Ich war ahnunglos

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Waldeck-Frankenberg. Kritik an der SPD-Opposition im Kreistag und selbstkritische Betrachtung der eigenen Person übte FWG-Kreisvorsitzender Peter Niederstraßer in der Reisekostenaffäre von Ex-Landrat Helmut Eichenlaub (CDU).

FWG-Kreisvorsitzender Peter Niederstraßer. Fotomontage: HNA

Wenn er „nur ansatzweise geahnt hätte, welche Ausmaße die Reisetätigkeit unseres Landrates angenommen hat, dann hätte ich wenigstens versucht, das zu verhindern“, sagte Niederstraßer. „Ob es mir gelungen wäre, sei dahingestellt.“ Da der Kreistag den Reisekostenansatz für das Jahr 2009 von 14 000 auf 34 000 Euro erhöht hatte, sei er „nicht im Traum darauf gekommen, dass selbst dieser Betrag nicht ausreichen könnte“.

Für Außenstehende schwer nachvollziehbar sei, warum er – Niederstraßer – als allgemeiner Vertreter des Landrates nichts von alledem mitbekommen habe. In den vergangenen Jahren habe es kaum eine offizielle Vertretungsregelung seitens des Landrates gegeben, erklärte Niederstraßer. 2008 sei es eine Verfügung gewesen, 2009 zwei. Und jedesmal habe sich Eichenlaub vorbehalten, im Einzelfall selbst zu entscheiden. Somit sei es den anderen beiden Dezernenten – ihm und Otto Wilke – nur möglich gewesen, den laufenden Verwaltungsbetrieb aufrecht zu erhalten, sagte Niederstraßer.

Hinzu sei gekommen, dass Eichenlaub einen „sehr unorthodoxen Arbeitsstil hatte“. Er sei sehr selten im Kreishaus gewesen und habe oft von zuhause in Schreufa gearbeitet. Für die Mitarbeiter im Kreishaus sei es in der Wahrnehmung kein Unterschied gewesen, ob Eichenlaub im Landkreis war oder auf Reisen. Eichenlaub habe viel per E-Mail kommuniziert, und man habe eigentlich nie genau gewusst, wo er sich aufhalte.

Niederstraßer sagte, dass er sich schon frage, ob und wie er die Dimension der Eichenlaub-Reisekosten hätte bemerken können. Er wies aber auch darauf hin, das laut Gesetz der Kreistag die Aufgabe habe, die Verwaltung und den Landrat zu kontrollieren.

Der SPD warf er vor, dass sie ihn als Teil des Systems Eichenlaub darstelle und ihn persönlich diffamiere, um sich einen Vorteil bei der Kommunalwahl im März 2011 zu verschaffen. (emr)

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