Korbach. Er ist der erste seiner Art in Deutschland: der Sattelzug der Korbacher Spedition Heinemann, der für den Kampf gegen die Polio-Erkrankung wirbt. Und er soll helfen, die Kinderlähmung endgültig zu besiegen. Denn es gibt nur noch vier Länder weltweit, in denen es Polio gibt: Indien, Afghanistan, Pakistan und Nigeria.

70 Quadratmeter Werbefläche: Auf einem Sattelzug der Korbacher Spedition Heinemann wird für die Aktion der Rotary-Clubs zur Bekämpfung der Kinderlähmung (Polio) geworben. Unser Bild zeigt (von links) Günter König, Präsident des Rotary-Clubs Schmallenberg-Winterberg-Lennetal, Rotary-Polio-Koordinator Hans Pfarr, die Korbacher Speditions-Unternehmerin Susanne-Petra Heinemann, die die Idee zu dieser Aktion hatte, ihre Mutter Helene Heinemann und Rotary-District-Governor Wolfgang Theophile. Foto: Happel-Emrich
Die Rotary-Clubs haben sich 1987 zum Ziel gesetzt, die Polio-Krankheit weltweit auszumerzen. Im kommenden Jahr könne man dieses Ziel erreichen und die Ansteckungskette unterbrechen. Um für diese letzte Kraftanstrengung zu mobilisieren, Spenden einzusammeln und für die Polio-Schutzimpfung auch in Deutschland zu werben, hat die Korbacher Spedition Heinemann einen ihrer Sattelzüge mit einer entsprechenden Botschaft beschriften lassen.
Die Idee dazu hatte Firmeninhaberin Susanne-Petra Heinemann, die Mitglied im Rotary-Club Schmallenberg-Winterberg-Lennetal ist. Der Lkw wird in ganz Europa unterwegs sein, erklärte Heinemann am Donnerstagabend, als sie das Fahrzeug bei einem Rotary-Treffen vorstellte.
Laut diverser Studien könne der Lastwagen mit seiner plakativen Botschaft jährlich von zehn Millionen Menschen gesehen werden.
Die Rotarier wollen bis Ende 2012 weltweit 200 Millionen Dollar Spenden für den Kampf gegen Polio sammeln, erklärte Hans Pfarr, der die Polio-Aktion der deutschen Rotary-Clubs koordiniert. Der Heinemann-Lastwagen trage erheblich dazu bei, auf die Aktion aufmerksam zu machen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.
Denn ein weiteres Ziel sei es, auf die Notwendigkeit des Polio-Impfschutzes in Deutschland aufmerksam zu machen.
Europa gelte zwar seit 2002 als frei von Polio. Doch „das nächste Polio-Virus ist nur eine Flugreise entfernt“, sagte Pfarr. Bei Fernreisen könne man sich anstecken, und das Virus unbemerkt nach Deutschland einschleppen und auf Kinder übertragen.
Das Schlimme an Kinderlähmung sei, dass es dagegen kein Heilmittel geben. Pfarr: „Die vorbeugende Impfung ist der einzige Weg, ein Muss.“ .
www.polioplus.de
Von Ingo Happel-Emrich



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