Bad Arolsen. Eine ganz besondere Geschichtsstunde war der Besuch von Sally Perel für die Neuntklässler der Christian-Rauch-Schule (CRS): Der 87-jährige Perel erzählte von seiner Überlebensgeschichte als Jude während der NS-Zeit in Deutschland.
Schon bei allen neunten Klassen waren Nationalsozialismus und jüdischer Völkermord Thema, so aufschlussreich wie beim Besuch Perels dürfte es jedoch selten gewesen sein.
Nicht ohne Grund besucht der in Deutschland geborene und heute in Israel lebende Perel regelmäßig Schulen, um „neue Zeitzeugen zu hinterlassen“. Der deutschen Jugend habe er nichts zu verzeihen, betont er. Schuld sei schließlich nicht erblich. „Ich möchte Euren Verstand jedoch mit der vollen Wahrheit erleuchten“, sagte Perel.
Es sei für ihn unbegreiflich, dass Jugendliche heutzutage wieder in Bomberjacken und Springerstiefeln herumlaufen und den Grundgedanken der Nazis weiter ausleben. „Wer die Wahrheit über die NS-Zeit kennt und die Geschehnisse verleugnet, der ist ein Verbrecher“, betonte Perel. Schließlich kennt er die Methoden der Nazis und weiß zugleich, was es bedeutet, Todesängsten ausgesetzt zu sein. Denn Sally Perel ist es gelungen, als Jude in der Hitlerschule zu überleben und nicht aufzufallen. Dafür hat es jedoch im Nachhinein betrachtet eine „Spaltung der Seele“ benötigt. (ld)
Mehr lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe der Waldeckischen Allgemeinen.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.