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In Brasilien trainiert Bruno Hediger täglich - als Austauschschüler hat er mal entspannt

Urlaub vom Schwimmen

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Volkmarsen. Im hohen Bogen spritzt das Wasser auf den Beckenrand, als Bruno seine Bahnen zieht. Die Arme klatschen laut auf die Wasseroberfläche, der junge Brasilianer schwimmt im Delfin-Stil. Am Rand steht Gastbruder Raphael und schaut zu: „Er ist echt ein bisschen langsamer geworden“, sagt er und lächelt. Kein Wunder. Denn während seiner sieben Wochen in Deutschland hat das brasilianische Schwimmtalent so gut wie gar nicht trainiert. „Ich bin ja auch im Urlaub“, erklärt Bruno. Und grinst.

Ganz in seinem Element: Bruno Hediger aus Brasilien im Bad Arolser Freizeitbad Arobella, wo er während seiner Zeit in Volkmarsen auch mal seine Bahnen gezogen hat. Mit Gastbruder Raphael Michels (links) hat er sich blendend verstanden, beide werden einander vermissen. Foto: Lerner

Ganz in seinem Element: Bruno Hediger aus Brasilien im Bad Arolser Freizeitbad Arobella, wo er während seiner Zeit in Volkmarsen auch mal seine Bahnen gezogen hat. Mit Gastbruder Raphael Michels (links) hat er sich blendend verstanden, beide werden einander vermissen. Foto: Lerner

Seit Weihnachten ist Bruno Hediger aus Sao Paulo als Austauschschüler zu Gast bei Familie Michels in Volkmarsen. Gemeinsam mit seinem Gastbruder Raphael Michels hat der 15-Jährige das Gymnasium Marianum in Warburg besucht und jede Menge neue Erfahrungen gemacht. Morgen, am Sonntag, fliegt Bruno wieder zurück nach Brasilien. Und dann geht es auch wieder los mit dem Schwimmtraining. Vier Stunden täglich, sechsmal die Woche, Kilometer für Kilometer das Wasser teilen.

Stipendium als Ziel

Seit er klein ist, liebt Bruno Hediger das Wasser. Früh besucht er Schwimmkurse, seit er zehn Jahre ist, tritt er für das Team des „Clube Paineiras do Morumby“ an. Er hat es in seiner Altersklasse unter die zehn besten Schwimmer Brasiliens geschafft und ist auf Wettkämpfen im ganzen Land unterwegs. Sein Ziel ist, durch das Schwimmen ein Universitäts-Stipendium zu bekommen.

Hier, in Volkmarsen, hat Bruno es aber ruhig angehen lassen. Ab und zu war er im Schwimmbad. Aber es gab so viele andere spannende Sachen. Die Schule, neue Freunde, Partys, Ausflüge. „Die Reise nach Berlin war...wow“, sagt der Neuntklässler mit leuchtendem Blick. Gehofft hatte der Südamerikaner mit den schweizerischen Wurzeln auf etwas mehr Schnee. Dafür gab es nie gekannte Kälte: „Minus zwölf Grad, irre“, staunt er. Auch toll: Gummibärchen. Die hat er in Massen gegessen. „Ich bin echt nicht fit gerade“, meint er fröhlich.

Tränen beim Abschied

„Man sagt bei uns, dass die Deutschen kühler sind“, erzählt Bruno, „aber wenn man sie gut kennenlernt, dann sind sie...“. Er hält inne und klopft Gastbruder Raphael herzlich auf die Schulter, beide lachen. Super haben sie sich verstanden, die beiden Jungs, und auch Gastmutter Sabine Michels hat den Austauschschüler ins Herz geschlossen. „Er und auch die anderen brasilianischen Jugendlichen sind so aufgeschlossen, liebevoll und dankbar, das kennt man so gar nicht“, schwärmt sie. Und weiß: „Am Sonntag werden Tränen fließen.“

Zum Glück gibt es ein Wiedersehen. Denn im Juli wird Raphael für sieben Wochen zu Bruno reisen. Darauf freuen sich beide riesig.

Von Kathrin Lerner

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