Waldeck-Frankenberg. 69 Jugendliche mit Alkoholvergiftung mussten 2009 stationär in den Krankenhäusern in Waldeck-Frankenberg behandelt werden. Damit ist die Zahl dreimal so hoch wie im Jahr 2000. Waldeck-Frankenberg liegt mit der Zahl der Komatrinker landesweit auf dem zweiten Platz.
Um das Komasaufen zu verringern, beteiligt sich der Landkreis am Präventionsprogramm Hart am Limit, kurz Halt genannt. Gemeinsam mit der Suchtberatung des Diakonischen Werkes wird das angestrebt, kündigte Landrat Dr. Reinhard Kubat am Dienstag an.
Das Projekt gliedert sich in zwei Bausteine. Betroffene sollen schon im Krankenhaus besucht werden, um mit ihnen über das Problem zu sprechen und weiteres Komasaufen zu verhindern. Auf Wunsch begleitet das Diakonische Werk die Jugendlichen, um ihnen langfristig zu helfen.
Die Suchtberatung wird dazu als erstes Gespräche mit dem Kreiskrankenhaus Frankenberg und dem Stadtkrankenhaus Korbach aufnehmen, kündigte das Diakonische Werk an.
Der zweite Baustein setzt auf Vorbeugung. Gemeinsam mit allen Beteiligten soll auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes hingewirkt werden. Dazu ist die Zusammenarbeit mit Ordnungsämtern, Vereinen, Schulen, Einzelhandelsbetrieben, Gaststätten, Diskotheken, den Veranstaltern von Volksfesten und der Polizei geplant, erläuterte Sozialpädagogin Ulrike Ritter. Sie wird beim Diakonischen Werk die vorbeugenden Maßnahmen umsetzen.
Ziel ist es, in der Öffentlichkeit Zivilcourage gegen den Alkoholmissbrauch zu zeigen.
Zwei Mitarbeiter des Diakonischen Werks sind bereits geschult, fünf weitere werden in den nächsten Tagen geschult, damit Halt möglichst schnell starten kann. (ber)



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