Jugend lässt die Muskeln spielen

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    • 14.11.11
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Furioser Abschluss der Kasseler Musiktage mit Martina Filják und der Weimarer Staatskapelle

Jugend lässt die Muskeln spielen

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Kassel. Es sind nur vier Minuten, aber sie mögen sich länger anfühlen. So lange nämlich ist die Solistin nur Zuhörerin. Sitzt am Flügel und hört das Orchester ein dunkles, bizarres Thema spielen, hört klagende Melodien in Geigen und Bläsern vorbeiziehen. Erst dann setzt sie selbst mit einem wellenförmigen Thema ein, spielt sich hinein in den dichten symfonischen Satz, übernimmt vom Orchester die wilden Schläge und schweren Triller.

Gefeierte Solistin: Martina Filják spielte zum Abschluss der Kasseler Musiktage zusammen mit der Weimarer Staatskapelle das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms. Foto:  Schachtschneider

Gefeierte Solistin: Martina Filják spielte zum Abschluss der Kasseler Musiktage zusammen mit der Weimarer Staatskapelle das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms. Foto:  Schachtschneider

Martina Filják, der Solistin des d-Moll-Klavierkonzerts von Johannes Brahms, ist beim Abschlusskonzert der Kasseler Musiktage die Ungeduld anzumerken. Sie will loslegen - und sie legt los. Sie wirft sich ins sinfonische Geschehen mit markigem, metallischem Klavierton. Und dann, nach vielleicht sieben Minuten, spielt sie ihr Thema - einen akkordisch-melodiösen Klaviergesang, kraftvoll und fein zugleich.

Junge Kunst und große Meister lautet das Motto der Musiktage, und die 30-jährige Kroatin setzt mit ihrer Interpretation des monumentalen Brahms-Konzerts darunter ein dickes Ausrufezeichen. Immer vorwärtsdrängend und mit kraftvollem, ja donnerndem Spiel geht sie das Werk an. Auch im zweiten Satz, dem Adagio, kennzeichnet nicht abgeklärte Ruhe, sondern vibrierende Energie das Spiel dieser Ausnahmepianistin. Im Finale endlich gibt sie selbst mit dem kraftvoll aufstrebenden Thema das Tempo an, eine Virtuosin im besten Sinne, die sich auf die technischen Herausforderungen stürzt und sie (fast immer) bravourös bewältigt.

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