124.05.1024.05.10|Kultur|
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Wolfhagen. Der Unterschied wird deutlich, wenn Silly beim „Alles Rot“-Konzert die alten Songs wie „Mont Klamott“ oder „Bataillon d’Amour“ spielten. Mit der drängenden Kraft, der Wut, mit der die vor 14 Jahren gestorbene Tamara Danz die Band antrieb und ihr Seele gab, kann die neue Frontfrau Anna Loos nicht konkurrieren.

Von Lied zu Lied stärker: Anna Loos begeisterte als neue Frontfrau von Silly im Wolfhager Kulturzelt. Foto: Norbert Müller
Dafür legt sie aber unvermutet viel Melancholie und Rauheit in die Waagschale, zeigt nach zu glatt abgespulten ersten Liedern mehr und mehr Temperament und Eigenwilligkeit - Silly haben sich, ohne ihre Wurzeln der Vergangenheit in der Ex-DDR abzulegen, dank Anna Loos neu erfunden. Dem inhaltlichen und musikalischen Konzept bleibt die Band dabei weit gehend treu. Angeprangert werden ohne konkret politische Benennung gesellschaftliche Fehlleistungen, aber auch die Lieder vom Verlassensein in der Welt und in der Liebe fehlen nicht. Und auch die verlässliche Mischung von sehnsuchtsvollem Schmelz mit überraschender Ironie des Texters Werner Karma fruchtet nach mehrjähriger Abstinenz wieder.
Der handgemachte Rock von Silly geht vom Ohr direkt in den Bauch. Dafür sorgen im fast ausverkauften Wolfhager Kulturzelt bewährt solide Rüdiger Barton (Keyboards), Uwe Hassbecker (Gitarre, Geige) und Jäcki Reznicek (Bass) vom alten Stamm der Band.
Experimente sind nicht nötig, die Wechsel vom Tempi und Klangfarben - markant bei „Ich verlasse mich“ und den Ausschnitten aus der Elektroakustiktour - sorgen für Spannung und ein stimmiges, qualitativ hochwertiges Konzerterlebnis.
Von Cornelia Lehmann

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