Er war Stahlschmelzer und „Tatort“-Kommissar, Jazz-Sänger, als „Porgy und Bess“-Darsteller ein DDR-Publikumsliebling, er war der aufsässige Brigadier Balla im Spielfilm „Spur der Steine“, der 23 Jahre im Giftschrank lag, er war Republikflüchtling, Anwalt in der Serie „Liebling Kreuzberg“ und hat mit „Abgehauen“ eine eindrucksvolle Biografie geschrieben.
Manfred Krug, der heute 75 Jahre alt wird, schaut auf viele Wende- und Höhepunkte zurück.
© VerlagDer junge Manfred Krug.Etwa 1000 Fotos hat der Schauspieler aus fünf Koffern für einen opulenten Bildband sortiert, kommentiert und durch Anekdoten ergänzt. Ein tolles Geschenk hat Krug sich und seinen Fans da zum 75. Geburtstag gemacht, mit großartigen Fotos von Roger Melis und Jim Rakete und Erinnerungen an alte Weggefährten, von DDR-Schauspielkollegen wie Armin Mueller-Stahl, Eberhard Esche, Marita Böhme oder Christel Bodenstein bis hin zu Lilo Pulver, mit der er in der „Sesamstraße“ auftrat. Und natürlich an seinen „Busenfreund“: „Über mir lasse ich nicht jeden gelten“, schreibt Krug, „höchstens Jurek Becker“. Vielsagend ist auch, was fehlt: Jenny Gröllmann aus „Liebling Kreuzberg“, die Werbung für die Telekom-Aktie.
Mit Ehefrau Ottilie: „Ich wollte niemals heiraten, dazu war die Ehe, die meine Eltern mir vorgelebt haben, zu sehr missraten. Und was soll ich Ihnen sagen? Es ist gut gegangen.“Der junge Krug, der oft Halbstarke spielte, halbseidene Kerls, verströmt dickschädelig-ungehobelte Kraft, lausbubenhaft-frechen Charme - die „Wochenpost“ nannte es „raumgreifende Lässigkeit, doppelbödige Naivität“. Nach der Übersiedlung nach Berlin musste Krug - daraus macht er keinen Hehl - zuerst vor allem Geld verdienen, wie als Kleists Dorfrichter Adam in 500 Tournee-Auftritten. Mit der Serie „Auf Achse“ und dem ZDF-„Traumschiff“ lernte er die Welt kennen. Dass der schnoddrige Hüne dünnhäutig ist, verletzlich, eine „Nacktschnecke“, auch das ist zu spüren.
Jedes der beileibe nicht günstigen, aber imposanten 5000 Exemplare hat Krug übrigens handsigniert. MK Bilderbuch. Ein Sammelsurium. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 344 S., 69,95 Euro. Wertung: !!!!:
Von Mark-Christian von Busse



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