428.06.1028.06.10|Kultur|
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Solomon Burke ist gewaltig. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer den Musiker jüngst einmal live erlebt hat, vergisst diesen Auftritt wohl nicht so schnell.

In seinem Element: Solomon Burke bei dem Festival „Jazz an der Donau“ in Straubing 2008. Foto: dpa
Denn der schwergewichtige Sänger liebt es pompös: Mittlerweile fast breit wie hoch wird der Soul-Gigant im Rollstuhl zunächst über einen roten Teppich auf die Bühne gebracht, lässt sich dann in einem goldenen Thron nieder, umrankt von großblättrigen roten Rosen. Um dann schließlich mit samtenem, eindringlichem Bass einen Welthit („Everybody Needs Somebody To Love“, „Cry To Me“) nach dem anderen anzustimmen.
Und nun das: Buddha Burke, dessen musikalische Sternstunde eigentlich in den 60er-Jahren geschlagen hat und der in jüngster Vergangenheit vor allem als Besitzer eines eigenen Bestattungsinstituts und Bischof seiner eigenen Kirche Schlagzeilen machte, veröffentlicht im Jahr seines 70. Geburtstags ein neues Studio-Album: „Nothing’s Impossible“ (Nichts ist unmöglich) dessen Motto. Ehrlicher Soul dessen Substanz.
Eine Reise zurück zu den Anfängen des Musikers, die Klänge sofort angenehm vertraut, aber nicht gewöhnlich. Unter anderem vermutlich ein Verdienst seines langjährigen Weggefährten und Produzenten des Albums: Willie Mitchell, der Anfang des Jahres verstarb, und an einem großen Teil der Songs beteiligt war. „Jedes Mal, wenn ich diese Lieder singe, wird es unsere Stimme sein – und nicht nur meine. Es wird nie wieder dasselbe sein“, schreibt Burke in seiner Album-Widmung.
Bereits beim ersten Titel „Oh What A Feeling“ offenbaren sich das Talent und die musikalische Erfahrung der beiden Musiker Burke und Mitchell. Ein klassischer Soul-Song, der neugierig macht auf mehr. Und enttäuscht wird man nicht – im Gegenteil: „Nothing’s Impossible“ ist eine emotionale Reise, ohne ins Kitschige abzudriften.
Ein Soundtrack für Liebende und Leidende, Begleiter für Glücksgefühle und Trauer, dabei so zeitlos, wie gute Musik nur sein kann. Ein Soundtrack, der dazu anregt, sich sein ganz eigenes Bild von der Legende hinter dieser unverwechselbaren, einfühlsamen und unaufdringlichen Stimme zu machen, in dem ein goldener Thron und ein roter Teppich nicht unbedingt eine Rolle spielen müssen.
Gemeinsam mit Sängerin Joss Stone wird Solomon Burke das Album auf seiner Tournee präsentieren: Am 7. August ist der Musiker auf der Freilichtbühne im Hamburger Stadtpark zu Gast.
Solomon Burke: Nothing’s Impossible (E1 Entertainment).
Wertung: !!!!!
Von Belinda Helm

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