Kassel. Im Wehlheider Rockladen Fiasko spielen überwiegend Coverbands - lag es daran, dass nur 30 Zuhörer am Donnerstagabend den Weg zum Konzert von Ex-„Superstar“ Tobias Regner fanden?
Oder ist die Halbwertzeit so genannter Stars dermaßen kurz, dass nach fünf Jahren sich niemand mehr an ihre Namen erinnert?
Regner, DSDS-Gewinner von 2006, und sein Bruder Michi ließen sich beim zweistündigen Auftritt jedenfalls nicht die gute Laune vermiesen: In fast intimer Atmosphäre machten die sympathischen Bayern humorige, kumpelhafte Ansagen und hatten das Publikum gleich auf ihrer Seite.
Zwar unterblieb das spaßhaft eingeforderte Headbanging, aber einige weibliche Fans wussten doch die eine oder andere romantische Textzeile mitzusingen.
Die Regner-Brüder präsentierten sich als kompetente Musiker an akustischer Gitarre und Cajón, beeindruckten aber vornehmlich mit ihren sauber intonierten dynamischen Gesangsparts. Auch hohe Kopfstimmen-Passagen wurden problemlos gemeistert.
Die Themen der selbst geschriebenen, auf Deutsch getexteten Songs bewegten sich überwiegend auf dem Terrain von Liebe und Beziehungen: „Komm zurück“, „Schrottplatz der Liebe“, „Du bist mein Zuhause“. Dabei ging es etwas wehmütig zu, aber die hymnischen Refrains machten immer wieder Hoffnung.
Seine Facette als Hardrocker demonstrierte Regner eindrucksvoll mit eingestreuten, natürlich englischsprachigen Coversongs der Foo Fighters und von Stone Sour. Konzert-Höhepunkt war dann auch keine Eigenkomposition, sondern eine hervorragende Version von Metallicas „Nothing Else Matters“, die vom Publikum enthusiastisch beklatscht wurde. Nach zwei Zugaben entließen die Regners ihre zufriedenen Gäste in die Kälte.
Von Wolgang Wollek



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