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Dschungelcamp in der täglichen Kritik

Dschungelcamp-Bilanz von Tag 10: Du warst, wie du bist

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Da mag RTL die Bilder aus dem Dschungelcamp noch so sehr inszenieren, um selbst Typen und Storys zu kreieren und somit die Eindrücke des Zuschauers zu steuern – manchmal zeigen sich die Kandidaten einen Moment lang wirklich unverhüllt, offenbaren sie blitzartig ihren unverfälschten, authentischen Charakter.

So auch am Sonntagabend. Unverhüllt nun nicht im Sinne Micaela Schäfers, die in ihrer Arbeitsmontur zur Dschungelprüfung antrat, also mit praktisch nichts an. Den Mini-String-Tanga mit durchsichtigem Oberteil, den die Camp-Mitbewohner fassungslos betrachteten, verteidigte das Erotik-Model – oder eben besser: die „Sex-Arbeiterin“, wie sie Moderator Dirk Bach nennt: Den habe auch Borat getragen. Da hat Micaela offenbar etwas tragisch missverstanden, Satire für Realität genommen. „Das tragen in Amerika alle“? Vielleicht Darstellerinnen in US-Pornos, aber sonst?

Einen echten Moment der Wahrheit gab es, als Ramona Leiß, die Ex-ZDF-Moderatorin, das Camp verließ. Ramona Leiß ist offenbar niemand, die gern mit anderen teilt. Nicht mal ihre letzte Zigarette wollte sie den anderen Campern dalassen. Die Moderatoren verglichen ihren Auszug mit dem Ende des Gaddafi-Terrorregimes in Libyen. Vor ihrem Sohn schimpfte sie als erstes, sie habe das schlechteste Bett von allen bekommen. Der Junior kommentierte ihre egoistischen Auftritte auf dem TV-Schirm mit einer zwar gut gemeinten, aber bitteren Einschätzung von fast philosophischer Tiefe: „Du warst, wie du bist.“

Peinvoll auch, wie Radost Bokel und Jazzy bei der Schatzsuche mit einer Rechenaufgabe kämpften und sich fünf mal sieben schon als echte Herausforderung erwies. „Eine fünf in Mathe in der Hauptschule“, rechtfertigte sich Jazzy.

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Keinerlei Showcharakter hatten die gruseligen Bekenntnisse von Radost und Brigitte Nielsen über ihre gewalttätigen Ex-Männer. Nielsen übrigens beweist – anders als die männlichen Jammerlappen Vincent und Ailton - täglich mehr Stehvermögen und mausert sich zur Favoritin auf die Dschungelkrone.

Und dann flutschte also Micaela fast nackt und „wie’ n Zäpfchen“ (Sonja Zietlow) durch eine ölverschmierte, klaustrophobisch enge, glitschige Röhre, in der das dschungelcamp-typische Getier auf sie wartete oder über sie geschüttet wurde: Ratten, Mehlwürmer, Spinnen und dergleichen. Vorher hatte sie ihre Aufregung mit den Worten beschrieben: „Das Silikon hämmert auf meiner Brust“, in der Prüfung zeigte sie verständliche Zeichen von Hysterie: „Ihr habt se doch nicht mehr alle.“ Das kann man so sagen. Es muss schon eine sadistische Ader haben, wer sich solche Experimente ausdenkt.

Am Ende reichte Sonja Zietlow Micaela die Hand, um ihr aus dem Busch-Tümpel zu helfen. Neulich hat Brigitte Nielsen nach einer Prüfung Dirk Bach mit Fischabfall-Geschmack spontan geküsst – schade eigentlich, dass Micaela die giftige Moderatorin nicht spontan in die Ekel-Brühe gestürzt hat. (vbs)

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