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Eines Hofstaats würdig

Die Oper „Die zertanzten Schuhe“ bei Kindermusiktagen erfolgreich uraufgeführt

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Kassel. Noch am Tag der Premiere probte man mehrere Stunden, und der Berliner Regieprofessor Nino Sandow gab den Schülern Tipps für ihre Darbietung. Stunden später waren vierhundert Gäste in der rappelvollen Aula des Friedrichsgymnasiums: Kinder, Erwachsene und Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann als Schirmherrin der Nordhessischen Kindermusiktage. Spannung herrschte vor der Kinderoper „Die zertanzten Schuhe“.

Große Bühnenshow, und links spielt die Musik: Das Ensemble der Kinderoper „Die zertanzten Schuhe“ mit dem Vogler Quartett. Den Schustergesellen (vorn) spielt Philipp Lorenz, die zwölfte Prinzessin (stehend hinter ihm) ist Johanna Nies. Fotos: Socher

Große Bühnenshow, und links spielt die Musik: Das Ensemble der Kinderoper „Die zertanzten Schuhe“ mit dem Vogler Quartett. Den Schustergesellen (vorn) spielt Philipp Lorenz, die zwölfte Prinzessin (stehend hinter ihm) ist Johanna Nies. Fotos: Socher

Das Konzept bewährte sich, bei dem Schüler mit Hochkarätern wie Nino Sandow und dem Vogler Quartett zusammenarbeiten. Kurzweilig wurde das Grimm-Märchen umgesetzt. Und vielschichtig: Da gab es links sechs Instrumentalisten, rechts hinten die Gesangsstudenten Anna Bürk (12. Prinzessin), Annegret Hoos (Bürgermeisterin), Mathias Monrad Møller (Schustergeselle) und Philipp Mehr (König), während die Schüler in ihren Aktionen auf Text und Musik reagierten.

Zur Wutarie des ob der zerrütteten Staatsfinanzen erzürnten Königs schüttelte sich ein Junge auf dem Bock-Turngerät. Ein poetisches, schön ausgeleuchtetes Bild war das Zusammentreffen von Prinzessin und ihrem Schülerinnen-Double. Flott, mit Prinzensoli und headbangenden Mädchen kam die Tanzszene vor dem Schloss daher. Aber auch das Vogler Quartett spannte Marec Béla Steffens’ pfiffiges Libretto in die Handlung ein.

Und die Musik? Der Weimarer Komponist Mario Wiegand hat eingängige, anspielungsreiche, doch nie banale Melodien ersonnen. Inspiriert vom Walzer und vom frühen Jazz, und in der elegischen cis-Moll-Arie der Prinzessin gab es sogar einen Hauch von Bellini. Trotz der kleinen Instrumentalbesetzung war die Komposition überaus farbig - mit dem süffigen Sound der „Voglers“, den Schlagzeug-Farbtupfern von Olaf Pyras und dem Klavierspiel von Thomas Rimes.

Überzeugend auch das spritzige Quartett „Tanz vor dem Schloss“ der polnischen Schülerin Aleksandra Chmielewska, die beim Kompositionswettbewerb der Kindermusiktage erfolgreich war. Bei späteren Aufführungen wurde dann das regionale Preisträgerstück gespielt, die Komposition des LK Musik Jahrgangsstufe 12 des Friedrichsgymnasiums (Leitung: Eduard Menzel).

Vier Schulklassen trugen zur Produktion bei, die heute, 10 Uhr, noch einmal zu sehen ist. Bei der Premiere waren es die Klasse 6d des Friedrichsgymnasiums (Leitung: Dr. Birte Friedrichs) und die Klasse 4a der Grundschule Elgershausen (Leitung: Alexandra Beck). Martin Kratzenberg hatte die Kinderchöre einstudiert, Stéffi Meyerrose die Choreografie, eine geheimnisvolle Klangcollage wurde unter der Leitung von Ulrike Biering entwickelt. Hochverdienter, begeisterter Beifall.

Von Georg Pepl

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