Kassel. Eine attraktive junge Frau im kurzen schwarzen Kleid singt und tanzt auf der Bühne. Im Haar trägt sie eine rote Blüte. Lebensfreude und Temperament strahlen bei ihr um die Wette. Die Musik, in die sie tief eintaucht, lebt vom Rhythmus und kommt, genau wie Thais Motta, aus sonnigen Gefilden - aus Brasilien.
Mit sechs weiteren Musikern präsentierte sie im Kulturzent-rum Schlachthof vor 50 Besuchern das „Festival Brazil Jazz World Music“.
Der Name Brasilien geht auf den portugiesischen Namen „Pau-brasil“ des Brasilholz-Baumes zurück. Brasa bedeutet im Portugiesischen „glühende Kohlen“. Auch die Ausstrahlung der von afro-brasilianischen, von Jazz und arabischen Rhythmen beeinflussten Musik, ist damit gut beschrieben.
Erfreulich war auch der soziale Aspekt dieses Konzertes. Die Künstler unterstützten mit ihren Auftritt „Se liga na Musica“, eine Organisation, die Musikunterricht und Workshops für arme Menschen gibt. Mal im Kollektiv, mal solo, mal im Duett - Thais Motta mit dem brasilianischen Keyboarder Marvio Ciribelli – sorgten die Künstler für rhythmisches Glühen und beste Laune.
Energetisch angereichert wurde der Auftritt von der emotionsstarken und wandlungsfähigen brasilianischen Sängerin und Keyboard-Spielerin Lygia Campos, die nach der Pause Thais Motta ablöste. Eine Frau wie ein Vulkan. Sowohl den Bossa nova wie auch Jazz bringt sie einfach hinreißend.
Viel Zwischenapplaus gab es auch für die effektvollen Soli, die Gitarrist Paulo Morello und Saxofonist Marcio Tubino beständig einfließen ließen. Fazit: Dieses Konzert hätte mehr Besucher verdient gehabt. Diejenigen, die gekommen waren, bedankten sich mit viel Beifall.
Von Steve Kuberczyk-Stein



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