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Gute Laune ohne Verstärker

B. B. & The Blues Shacks aus Hildesheim eröffneten fulminant die Blues-Woche im Theaterstübchen

Gute Laune ohne Verstärker

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Kassel. Wenn das kein Auftakt war: Obwohl der Kalender den spröden Montag anzeigte, war das Theaterstübchen bestens gefüllt. Der Grund: eine Band, die auf so mitreißende und erfrischende Art und Weise den Blues der 40er- und 50er-Jahre zelebrierte, dass man bei geschlossenen Augen so manches Mal den Eindruck hatte, der legendäre B. B. King stehe selbst auf der Bühne.

Sie begeisterten: Henning Hauerken (von links), Dennis Koeckstadt und Sänger Michael Arlt. Foto: Schachtschneider

Sie begeisterten: Henning Hauerken (von links), Dennis Koeckstadt und Sänger Michael Arlt. Foto: Schachtschneider

B. B & The Blues Shacks heißt die Band, und eine bessere hätte sich Theaterstübchen-Chef Markus Knierim zum Auftakt seiner 6. Blues-Woche nicht wünschen können. Sie spielte Chicago-, Louisiana- und Deltablues vom Feinsten. Nach diesem Konzert glaubte niemand mehr, dass Blues nur gut ist, wenn er mit Schwermut getränkt wird. Im Gegenteil. Gute Laune verbreitete die Hildesheimer Formation, die 2010 mit dem „German Blues Award“ ausgezeichnet wurde.

1500 Konzerte hat die Band bereits gespielt, ein Höhepunkt aber fehlt ihr noch: „Wir wollten unbedingt mal bei B. B. King im Vorprogramm spielen – vergeblich“, erzählte Sänger Michael Arlt. Der Grund könnte lauten: Auch ein B. B. King möchte keine derart starke Konkurrenz im eigenen Vorprogramm. Neben eigenen Stücken wurden Bluesperlen aus der Werkstatt von Größen wie Otis Clay („To Much Mistery“), Buddy Johnson („Bring Ít Home To Me“) oder Earl King („First Time For Everything“) gereicht.

Allein Sänger Michael Arlt war das Eintrittsgeld wert: Aufgerauter Schmelz mit explosiver Ästhetik und 100 Prozent Blues-Feeling. Dazu sein virtuoses Bluesharp-Spiel, einmal sogar, beim legendären „By By Bird“ von Sunny Boy Williamson, ohne jede Begleitung. Harp und Stimme im stetigen Wechsel - Gänsehaut mit Rhythmus nennt man so was. Ebenso mitreißend sein Bruder Andreas auf der Gitarre: Er brachte goldene Melodie-Soli Marke B. B. King und als Höhepunkt: E-Gitarrenkunst ohne Steckdose. Während er auf seiner Gitarre wirbelte, wurde der Verstärker stufenweise leiser gedreht, schließlich abgeschaltet. Mucksmäuschenstill lauschte das Publikum. Auch den Bühnenkollegen der Blues-Brüder Arlt, Henning Hauerken (Kontrabass), Dennis Koeckstadt und Bernhard Egger (Schlagzeug,) muss man den Blues-Stempel, Güteklasse 1 A zugestehen.

Heute: Garage Bluesband aus Kassel. Donnerstag: Big Pete Pearson & the Gamblers aus den USA, 20.30 Uhr, Theaterstübchen, Jordanstraße 11.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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