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Wer ist hier der Schuft?

Neu im Kino: „Safe House“ ist ein kluger Geheimdienst-Thriller

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Sydney Pollacks Polit-Thriller „Die drei Tage des Condor“ aus dem Jahre 1975 zählt zu den großen Klassikern des Genres. Der Film warnt vor einer kriminellen Verselbstständigung zu mächtiger Geheimdienste. Der Thriller „Safe House“ ist in mancher Beziehung ein Update des Stoffes für ein neues Jahrtausend, in dem sich überraschend wenig geändert hat.

Katz-und-Maus-Spiel: Tobin Frost (Denzel Washington, vorn) soll von Matt Weston (Ryan Reynolds) bewacht werden - doch das klappt nicht. Foto:  dpa

Katz-und-Maus-Spiel: Tobin Frost (Denzel Washington, vorn) soll von Matt Weston (Ryan Reynolds) bewacht werden - doch das klappt nicht. Foto:  dpa

Ihren schlimmsten Feind hat die CIA selbst herangezüchtet. Irgendwann hat sich der brillante Agent Tobin Frost (Denzel Washington) von der dunklen Seite der Macht korrumpieren lassen und Geheimnisse gewinnbringend verhökert, die die USA wirklich sehr gern für sich behalten hätten.

Nun holt der Verräter zum ganz großen Schlag aus. Der Nachwuchs-Agent Matt Wes-ton (Ryan Reynolds) hat bislang eine ruhige Kugel geschoben. In Kapstadt hütet er ein „Safe House“ der CIA, einen geheimen Ort, an dem in Bedrängnis geratene Agenten Zuflucht finden. Seit einem Jahr ist allerdings nichts Aufregendes mehr passiert. Nun bekommt der hungrige CIA-Mann endlich die Chance, sich zu beweisen. Der Verräter Frost ist nach Kapstadt gekommen, und Weston soll ihn in Gewahrsam nehmen.

Die Zielperson erweist sich als fintenreicher Soziopath, für den ein Menschenleben gar nichts zählt. Nur unter großen Mühen gelingt es Weston, Frost ins Safe House zu verfrachten. Doch hier nehmen die eigentlichen Schwierigkeiten erst ihren Anfang.

Der junge Regisseur Daniel Espinosa blickt auf eine interessante Biografie zurück. Der Sohn chilenischer Eltern wurde in Schweden geboren, wo er bis heute lebt. Er wuchs in Afrika auf, als Teenager geriet er auf die schiefe Bahn und entging nur knapp einer Inhaftierung. Durch den großen Erfolg seines Schweden-Thrillers „Easy Money – Spür die Angst“ wurde Hollywood auf den 34-jährigen Regisseur aufmerksam.

Mit „Safe House“ gibt Espinosa seinen Einstand auf internationalem Parkett. Und dort macht er eine gute Figur. Im zeitgemäßen Stil der „Bourne“-Filme schickt der Filmemacher einen sehr überzeugenden Ryan Reynolds auf eine Mission zwischen alle Fronten. Denzel Washington gibt einen wunderbaren, diabolischen Gegenspieler ab, allerdings bleibt er nicht der einzige Bösewicht in diesem Film.

Die große Politik muss hier ein wenig kürzer treten, das Erzeugen knisternder Spannung steht stets im Vordergrund. Trotzdem bleibt „Safe House“ ein überdurchschnittlich intelligentes Genre-Stück mit hohem Adrenalin-Faktor.

Genre: Action

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!!:

Von André Wesche

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