118.07.1018.07.10|Kultur|
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Seine wichtigsten Ambitionen fasst Gerd Albrecht so zusammen: „Mir liegen zwei Dinge am Herzen - Jugendarbeit und zeitgenössische Musik.“ Auf beiden Gebieten hat der in Essen geborene Dirigent, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, Hervorragendes geleistet.

© nh
Gerd Albrecht.
Für mehr als 50 TV-Produktionen mit Musik für Kinder erhielt er den Grimme-Preis. Unzählige Jugendkonzerte hat Albrecht dirigiert und moderiert.
Der Dirigent mit der Aura eines Gentleman, der sein Privatleben bedeckt hält, ist nicht nur einer der profiliertesten Musiker seiner Generation. Er spricht auch gern Klartext: Seine Position als Chef des dänischen Radiosinfonieorchesters setzte er 2004 aufs Spiel, als er sich im Radio gegen George W. Bushs Irak-Krieg äußerte.
Kopenhagen war nicht seine einzige wichtige Station im Ausland. Das Tonhalle-Orchester Zürich leitete Albrecht ebenso wie die Tschechische Philharmonie Prag und das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokio.
In Deutschland begann Albrecht seine Karriere mit 27 Jahren als jüngster Generalmusikdirektor in Lübeck. Eine wichtige Station - für Albrecht wie für die Stadt - war sein Engagement am Staatstheater Kassel von 1966 bis 1972.
Zu seinen Großtaten zählten hier Bernd Alois Zimmermanns monumentale Oper „Die Soldaten“ und der legendäre Wagner-„Ring“ mit dem Regisseur Ulrich Melchinger - der nach Albrechts Abschied aus Kassel von James Lockhart vollendet wurde.
Zahlreiche Uraufführungen dirigierte Albrecht. Unter anderem brachte er 1978 in München die Aribert-Reimann-Oper „Lear“ heraus, mit der das Kasseler Staatstheater am 18. September die neue Spielzeit eröffnet. Und er setzte sich für zu Unrecht vergessene Komponisten wie Alexander Zemlinksy und Franz Schreker ein.
Immer wieder, zuletzt vor einem Jahr, kehrte Albrecht ans Pult des Kasseler Staatsorchesters zurück. Auch spielte er Louis Spohrs Kasseler Festoper „Jessonda“ ein - allerdings erst 1991 als Chef der Hamburgischen Staatsoper.
Spohr: Jessonda. Gesamtaufnahme der Hamburgischen Staatsoper, Dirigent: Gerd Albrecht. Doppel-CD, Orfeo 1991.
Von Werner Fritsch

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