126.02.1026.02.10|Kultur|
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Womöglich kommt die Witzigkeit ganz von allein, wenn jemand in einer Stadt wie Schweinfurt zur Welt kommt. Es gehört schon eine gehörige Portion Humor dazu, den Flecken Erde im ansonsten so gelungenen Franken schön zu finden. Und wenn jemand dann auch noch seinen Zivildienst in der Bienengruppe eines Kindergartens absolviert, ist der Lebensweg eigentlich vorgezeichnet als Aufheiterer der Nation.

Als solcher hat Tommy Jaud schon viel erreicht in seinem nun fast 40-jährigen Leben: Er hat mit „Vollidiot“, der Fortsetzung „Millionär“ und „Resturlaub“ Bestseller geschrieben und somit den Comedy-Roman hoffähig gemacht. Es gab anschließend viele Nachahmer aus seiner Generation und seinem Kölner Umfeld wie Ralf Husmann, den Autor der Fernsehserie „Stromberg“, und Moritz Netenjakob. Aber Tommy Jaud blieb der Meister, wenn es darum geht, in einem Roman möglichst viele Pointen abzufeuern.
Doch nun ist der einstige Ideengeber für Harald Schmidt und Anke Engelke selbst derjenige, der Zweifel an der Zukunftsfähigkeit dieses Formats aufkommen lässt. Denn er und sein Humor entwickeln sich nicht.
Sein neues Werk „Hummeldumm“ ist ein relativ müder Abklatsch seiner bisherigen drei Bücher – und es funktioniert wie sie: Der Protagonist ist im Spießertum verankert – und bekommt nicht das hin, was er hinbekommen will und muss. Im Fall „Hummeldumm“ reist der Held Matze Klein aus Köln mit seiner Freundin nach Namibia zur geführten Gruppentour. Die Probleme: die Mitreisenden und die Anzahlung für die neue Eigentumswohnung, die Matze Klein aus Versehen noch nicht geleistet hat.
Selbst wenn es hier und da sehr witzig ist: Die Situationen, die der Autor schafft, sind nicht neu. Selbst die Personen um Matze Klein herum glaubt der geübte Jaud-Leser zu kennen. Bei „Hummeldumm“ heißen sie zum Beispiel Seppelpeter wie die Brauerei in „Resturlaub“ und Speckhut; sie sprechen Fränkisch und einen Wiener Schmäh. Insgesamt aber trägt das mittlerweile nicht mehr für 300 Seiten. Mit seinem neuen Werk scheint dem Autor die Gabe abhandengekommen zu sein, den Leser zu überraschen.
Derzeit arbeitet Jaud an der Verfilmung seines Zweitbuches „Resturlaub“, nachdem „Vollidiot“ mit Oliver Pocher in der Rolle des Hauptakteurs Simon Peters fast eine Million Menschen ins Kino gelockt hat. Vielleicht sollte er danach einfach mal wieder ein Praktikum im Kindergarten machen, um auf wirklich neue Ideen zu kommen. Am besten in Schweinfurt.
Tommy Jaud: Hummeldumm. Scherz-Verlag, 256 Seiten, 13,95 Euro. Wertung: !!!::
Von Florian Hagemann

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