Er ist nicht zu fassen

Mark Selby spielte zum Saisonabschluss im Theaterstübchen

Er ist nicht zu fassen

104.06.1004.06.10|Kultur|
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Kassel. Thematisch ist man im Bluesrock immer gern unterwegs. Auf dem Highway, auf der Schiene oder in Gedanken - Hauptsache, man ist in Bewegung bei der Suche nach der großen Liebe, einem besseren Leben und ein paar Dollar. Was man auf diesen Reisen so alles erlebt und fühlt, davon handeln Bluesrock-Texte.

Wie Gary Moore: Rau und erdig klang der Gitarrensound von Mark Selby im Theaterstübchen. Foto: Schachtschneider

Wie Gary Moore: Rau und erdig klang der Gitarrensound von Mark Selby im Theaterstübchen. Foto: Schachtschneider

Mark Selby ist ein intensiver Beobachter. Mit seinen Geschichten und seinem Gitarrenspiel gehört er seit Jahren zur Nashville-Elite und hat sich schon mit Größen wie B. B. King, John Hiatt und Lynyrd Skynyrd die Bühne geteilt. Bei seinem Konzert im gut besuchten Theaterstübchen zog er wieder alle Register seines künstlerischen Schaffens.

Mit Schlagzeuger Daryl Burgess und Charles Anderson am Bass umkreist er das traditionelle Blues-Konzept auf einer mit Country, Pop und Bluegrass berechneten Umlaufbahn. Der Sound ist rau und erdig, die Gitarrensoli erinnern an Gary Moore und Alvin Lee. Vielleicht nicht so virtuos vorgetragen, aber in den Ideen zeigt sich Seelenverwandtschaft.

Und mit Burgess trommelt und singt sich ein kreatives Energiebündel allererster Güte in den Fokus der Aufmerksamkeit. Er lässt sich nicht auf eine rein unterstützende Funktion reduzieren. Weit entfernt vom rhythmischen Sklaventum ist er kaum einzufangen in seiner Expressivität.

Höhepunkt des Geschehens bildet der Song „Leveler Reveler“, bei dem sich eine Lawine kompositorischer Raffinessen den Berg hinabstürzt und jedwede Kritik, die diese Musik als langweilig diskreditiert, unter sich begräbt. Das Publikum feierte Selby und sein Trio frenetisch wie schon im vergangenen Jahr. Für den Saisonabschluss vor der Sommerpause im Theaterstübchen hätte man keine bessere Band anbieten können.

Von Andreas Köthe

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