Kassel. Der Sieg war deutlich: Mit 33 Prozent der abgegebenen Stimmen gewann Ivy Quainoo gestern Abend die Sat1 Casting-Show „The Voice of Germany“.
Die19-jährige Berlinerin mit ghanesischen Wurzeln aus dem Team der Country-Rocker Boss Hoss gewann vor Kim Sanders (Team Nena, 24 Prozent), Michael Schulte (Team Rea Garvey, 23 Prozent) und Max Giesinger (Team Xavier Naidoo, 23 Prozent). Als Preis für ihren Sieg erhält Ivy Quainoo eine CD-Produktion mit ihren Förderen von Boss Hoss.
Zu Beginn des Abends lag Michael Schulte aus dem Team des Ex-Reamonn-Sängers Rea Garvey vorn, da auch die Downloads der Songs der Finalisten aus dem Internet in den letzten Tagen in die Wertung mit einflossen. Ivy Quainoo, die jüngste im Finalisten-Team lag zu diesem Zeitpunkt noch auf Platz Zwei, Max Giesinger, 23, aus Waldbronn bei Karlsruhe auf Platz Drei. Letzte der Download-Charts war Kim Sanders. Die 42-Jährige Chicagoerin, die seit 1989 in Deutschland lebt, sang bisher unter anderem bei Culture Beat und dem Schiller-Projekt.
Das Finale begann mit einer Country-eingefärbten Version des Aretha Franklin-Klassikers “I say a little prayer”, den Ivy Quainoo mit ihren Coaches von Boss Hoss sang. Noch prominentere Unterstützung hatte Michael Schulte. Er durfte mit dem britischen Singer/Songerwriter Ed Sheeran dessen Hit „The A-Team“ im Duett singen - der musikalische Höhepunkt des Abends. Auch Kim Sanders stand in der ersten von drei Runden ein Stargast zur Seite. Sie sang mit Marlon Roudette „Anti-Hero“. Max Giesinger, Schützling von Xavier Naidoo, war der einzige der in der ersten Runde von Voice of Germany ein deutschsprachiges Lied sang und damit auch stimmlich überzeugte. Sein „Dach der Welt“ nutzte ihm allerdings nicht viel. Am Ende des ersten Teils lag er auf dem letzten Platz.
Musikalischer Tiefpunkt des Abends war der Auftakt zur zweiten Runde – ein schier unsägliches Duett von Nena und Kim Sanders. Für ihr unsägliches Darumgehopse und eine Interpretation des B 52’s Klassikers „Love Shag“ ohne das geringste Gespür für den Song, wurde Kim Sanders am Ende des Drittels zu Recht mit dem letzten Platz in der Publikumsgunst abgestraft. Ivy Quainoo sang in einem an den James Bond Film „Goldfinger“ erinnernden goldenen Leotard ihre Single „Do you like what you see“, die an Soundtracks alter 007-Filme erinnerte. Mit dem Unterschied allerdings, dass Bond-Interpretinnen wie Shirley Bassey, Nancy Sinatra oder Carly Simon stets die Töne richtig getroffen haben.
Für mehr Glanz sorgte danach das Duett „Nine Million Bicycles“, das Katie Melua mit Max Giesinger sang. Respekt, dass die Britin sich auf dieses Risiko eingelassen hatte. Max Giesinger hatte gegen ihre Stimme und Bühnenpräsenz allerdings nicht den Hauch einer Chance, von seinem Englisch ganz zu schweigen. „Deine Unsicherheit hat man gehört“, kommentierte Rea Garvey diesen Auftritt.
Keine Scheu vor großen Namen zeigte dagegen Ivy Quainoo, die den dritten Teil des Abends im Duett mit Florence & the Machine und deren Hit „Shake it out“ begann. Ein Duett, nicht unbedingt auf Augenhöhe, aber Quainoo konnte sich gegen den Weltstar respektabel behaupten.
Alles stimmte beim Duett von Max Giesinger mit seinem Förderer Rea Garvey und auch Kim Sanders Solo „Haunted“ war fehlerlos. Der letzte Auftritt des Abends gehörte Max Giesinger und seinem Förderer Xavier Naidoo, die dafür den Stones-Klassiker „Paint it black“ ausgewählt hatten. Große Jungs, die mal richtig rocken wollten. Dann waren die Fans mit der Telefonabstimmung an der Reihe. (von Wilhelm Ditzel)
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