Kassel. Was haben ein Profikiller und ein verlassener Ehemann gemeinsam? Eigentlich nicht viel. Doch in der Komödie von Francis Veber „Die Nervensäge“, die in deutscher Sprache 1971 in Berlin unter dem Titel „Der Kontrakt“ zur Erstaufführung kam, teilen sich die beiden Männer ein Hotelzimmer.
Selbstverständlich nicht freiwillig - und das führt zu einigen grotesk-komischen Situationen, die in dem Gastspiel des Theaters am Kurfürstendamm unter der Regie von Jürgen Wölffer am Dienstagabend beim Publikum in der Baunataler Stadthalle für heitere Lachsalven sorgten.
Den Berufskiller, wie er im Buche steht, verkörperte Winfried Glatzeder. Stoisch und abgeklärt bezieht er sein Hotelzimmer mit Blick auf das Gerichtsgebäude. Sein Auftrag: Einen hohen Mafiaboss liquidieren, der in einem Prozess als Kronzeuge aussagen soll. Nachdem er endlich den Hotelpagen, Gerd Lukas Storzer, losgeworden ist und davon ausgeht, nun seine Ruhe zu haben, kommt Francois, Marcus Ganser, der frisch verlassene Ehemann, der in Selbstmitleid versinkt und das Hotelzimmer ebenfalls gebucht hat. Keiner der beiden will weichen, der eine hat einen Auftrag, der andere hofft, hier mit seiner Frau zusammenzutreffen. So entwickelt sich ein Spiel, das mit makabrem Witz und schreiender Komik sich seinem Höhepunkt entgegenschraubt.
Wölffer ist mit dem Bühnenstück eine Herausforderung angegangen. So glänzten in zwei Verfilmungen Lino Ventura und Jacques Brel sowie Walter Matthau und Jack Lemmon als Kontrahenten. Doch Glatzeder und Ganser erweisen sich als ebenso kampferprobt. Die beiden bilden ein herrlich ungleiches Paar und lassen durch ein kongeniales Minenspiel das Ringen um die Contenance spürbar werden. Rasant und niemals langatmig, ein gelungener Spaß.
Von Kirsten Ammermüller



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