Vom Traum zum Albtraum

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    • 25.01.13
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Dirk Kurbjuweit erzählt im Roman „Angst“ eine gespenstische Stalker-Geschichte

Vom Traum zum Albtraum

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Ein Gründerzeithaus in Berlin-Lichterfelde, Denkmalschutz, hohe Decken, Stuck, Türmchen, Erker, Gauben. Hier hat der 45-jährige Architekt Randolph Tiefenthaler mit seiner Familie - Rebecca sowie die Kinder Paul und Fee - im Hochparterre eine Eigentumswohnung erworben. Selbst bauen wollte er nicht, weil er nur zu gut weiß, wie die Wünsche nicht durch den Finanzrahmen passen. Die „Orgien des Abspeckens“ wollte er sich und den Seinen ersparen, weil er ein eher vorsichtiger Mensch ist. Dann lieber auf Nummer sicher gehen und „unsere bürgerliche Burg, unsere Altersversorgung“ hier installieren in diesem Traum für vier Parteien.

Dirk Kurbjuweit Foto:  dpa

Dirk Kurbjuweit Foto:  dpa

Der Nachbar backt Kuchen und Pizza und stellt es vor die Tür. Wenn er Rebecca kommen sieht - er sieht sie oft -, öffnet er mit dem Summer das Gartentor. Spätestens als dieser Herr ihr beim Wäscheaufhängen hinplaudert, dass der Slip an ihr bestimmt gut aussehen würde, driftet die Sache ins Unheimliche.

Im Fortgang wird aus dem Traum ein Albtraum werden. Herr Tiberius ist nicht der Besitzer der Wohnung unter ihnen, sondern ein Hartz-IV-Empfänger mit Kinderheimvergangenheit. Bald schreibt er einen Liebesbrief in richtiger Orthografie, was die Sache nicht besser macht, dann spannt er nachts vom Garten aus und legt Gedichte auf den Sims. Später beschuldigt er die Tiefenthalers des sexuellen Missbrauchs ihrer Kinder, zeigt sie an deswegen und mailt seine Unterstellung auch an RTL, Sat.1 und „Bild“.

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