Yogurette fürs Klima: Max Goldt las im Theaterstübchen

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    • 05.02.13
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Yogurette fürs Klima: Max Goldt las im Theaterstübchen

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Kassel. Was für ein abgedrehtes Bild: Drei bettlägerige ukrainische Tingeltangeltänzerinnen diskutieren über den Philosophen Ernst Bloch. Sprachkünstler Max Goldt war am Montagabend zu Gast im vollen Theaterstübchen und las gut zwei Stunden lang heftig beklatscht aus seinem aktuellen Kolumnenband „Die Chefin verzichtet“ und ältere Texte wie den von den debattierenden Bewegungskünstlerinnen.

Nuancenreich: Max Goldt im Theaterstübchen. Foto: Fischer

© Foto: Fischer

Nuancenreich: Max Goldt im Theaterstübchen.

Das Publikum war begeistert. Max Goldt ist ein fantastischer Rezitator, der in feinen Stimmnuancen das ganze Spektrum von Lästerei und Selbstüberschätzung bis zur Verachtung darzustellen vermag und endlich das Phänomen benennt, dass nur Frauen und nur in unwichtigen Streitsituationen den genervt-nachäffenden Ausdruck „Wäwäwäwäwäh“ verwenden.

Goldt ist ein genauer Beobachter, der den Zustand der Gesellschaft an kleinen, aber markanten Details erklären und in ebenso wunderschön klingende wie handwerklich perfekt gedrechselte Texte bauen kann. Er beschreibt, wie man schon bei Abiturfeiern in Brandenburg erkennen kann, dass sich Mädchen karrieremäßig selbst im Weg stehen. Während die Jungs wie vor 30 Jahren in Samtjacketts herumstehen, werfen sich die Mädels heute in billige Glitzerfummel nach Art von TV-Sternchen. Effekt: „Selbstdegradierung durch Glamour“. Später konstatiert er: „Sexy ist das neue Spießig.“

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