Göttingen. „Wir halten am Vorhaben fest. Wir haben einen rechtskräftigen Bebauungsplan.“ Damit wischte gestern Göttingens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Meyer (SPD) Proteste gegen das geplante Güterverkehrszentrum (GVZ) auf dem Siekanger beiseite. Anlass war der symbolische Erste Spatenstich für die Erschließungsstraße des Gebiets, gegen dessen Ausbau Anwohner des benachbarten Leinebergs insbesondere wegen der befürchteten Belastungen mit Lärm, Staub und anderen Emissionen Front machen.
Der Bau der Erschließungsstraße soll bis zum Herbst abgeschlossen sein, sagte Meyer. Mit ihr werden die Voraussetzungen für die Nutzung des 320 000 Quadratmeter großen Geländes geschaffen. Die Stadt Göttingen hofft, dass dort in den nächsten Jahren zwischen 600 und 1000 Arbeitsplätze entstehen.
Die Kosten für den Logistikstandort GVZ III, der über die Straße Siekhöhenallee (Westumgehung Göttingen) erreichbar sein wird, sind mit knapp über 7,7 Millionen Euro veranschlagt. Rund 3,2 Millionen davon werden über Zuschüsse aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie mit rund 520 000 Euro Zuschuss nach dem so genannten Entflechtungsgesetz finanziert, sagte der Staatssekretär im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, Dr. Oliver Liersch (FDP), der gestern zusammen mit Meyer und Klaus Hoffmann von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GWG) den Startschuss gab.
Liersch bezeichnete das Göttinger GVZ als südlichstes der acht in Niedersachsen geförderten Zentren als wichtig für die Wirtschaftsentwicklung des Landes, insbesondere wegen seiner Verkehrsanbindung mit den Autobahnen 7 und 38 und sowie der Nord-Süd-Bahnstrecke bis hin zu den Seehäfen.
Klaus Hoffmann sagte, inzwischen gebe es zwei ernsthafte Ansiedlungswillige für den Siekanger. Erforderlich sei der neue Standort, weil das GVZ am Güterbahnhof ausgebucht sei. Dort seien 90 neue Arbeitsplätze entstanden. Dieser Bereich werde demnächst an die Bundesstraße 27 angeschlossen.
Der Bahnanschluss des Siekangers erfolge erst, wenn der Bedarf vorhanden sei. Er sei so geplant, dass täglich bis zu sechs Güterzüge abgefertigt werden könnten. Die Leitungen der beiden Starkstromtrassen, die den Siekanger queren, würden in die Erde verlegt. Eine davon ist die viel kritisierte 380-Kv-Höchstspannungsleitung zwischen Wahle und Mecklar. An zahlreichen anderen Stellen entlang der 180 Kilometer langen Trasse wird die Erdverkabelung vergeblich gefordert.
Von Hans-Peter Niesen



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.