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Linksextreme Gewalt in Göttingen: Blinde Wut gegen Rechts

Akademikerverbände: Burschenschafter werden zunehmend Opfer von Übergriffen

Linksextreme Gewalt in Göttingen: Blinde Wut gegen Rechts

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Göttingen. Angriffe mit Pfefferspray, Brandanschläge und Schmierereien – Studentenverbindungen werden zunehmend Opfer von linksextremer Gewalt. Zu diesem Schluss kommt der Convent deutscher Akademikerverbände (CDA), eine Interessenvertretung der Korporationen.

© dpa

Demonstration gegen Burschenschaften.

Der CDA hat für 2010 über 100 Straftaten gegen Studentenverbindungen gezählt, darunter auch viele Vorfälle in Göttingen. Burschenschaften bestätigen dies: Die Angst, dass etwas Schlimmeres passiere, sei allgegenwärtig. Erst Ende Januar versuchten Unbekannte, das Auto auf dem Gelände einer Verbindung anzuzünden.

Im Stadtbild sind die Burschenschaften wenig präsent. Kein Wunder: Das Couleurband, ein Erkennungszeichen der Verbindungen, könne man nicht offen tragen. „Sonst wird man schon mal angespuckt“, sagt Sven Ursinus von der Burschenschaft Brunsviga.

Mitglieder gelten als rechts

Manchmal fallen die Übergriffe drastischer aus: Mehrfach habe es Attacken mit Pfefferspray gegeben. Auch bei der Hannovera, einem weiteren beliebten Ziel unter Linken, berichtet man von Vorfällen wie angezündeten Mülltonnen und Steinwürfen.

„Wir haben gelernt, damit zu leben“, sagt Hauswart Armin Bahr. Die Angst, dass etwas Schlimmeres passiere, sei trotzdem da.

Die Verbindungen sehen sich mittlerweile als Opfer einer gezielten Kampagne „bestimmter Gruppierungen des linksextremen Spektrums“. Dabei gingen die Linken völlig undifferenziert vor: Wer in einer Burschenschaft ist, gelte automatisch als rechts.

Das bestätigt auch die Polizei, von einer „gezielten Kampagne“ will Kripo-Chef Dirk Pejril aber nicht sprechen. Etwa einen Fall pro Monat registrieren die Beamten im Schnitt. Die Aufklärung gestalte sich schwierig.

Der CDA fordert die Sicherheitsbehörden auf, sich mit mehr Nachdruck um den Schutz der Verbindungen zu kümmern. Ermittler nähmen Anzeigen nur widerwillig auf, es fehle die Entschlossenheit.

Dieser allgemeinen Schelte schließen sich Göttinger Verbindungen nicht an: „Wir fühlen uns nicht von der Polizei im Stich gelassen“, sagt Ursinus. Bahr äußert sich enttäuscht, dass die Straftaten von Parteien des linken bis mittleren Spektrums in Göttingen offenbar hingenommen würden. Auch die Justiz kritisiert er. Verfahren würden zu oft zu schnell eingestellt.

Täter bleiben unerkannt

Der Göttinger Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner widerspricht: Wenn man einen Täter ermitteln könne, führe man auch die Verfahren weiter. Oft lasse sich aber gar nicht ermitteln, wer für die Übergriffe verantwortlich sei.

Die Burschenschaften sind übrigens selten in der Täterrolle zu finden: In den vergangenen vier Jahren hat die Polizei nur eine Straftat zum „Nachteil der linken Szene“ registriert. Es handelte sich um leichte Sachbeschädigung – das Urinieren an eine Hauswand.

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