Göttingen. LuSt – der Name soll Programm für das in der deutschen Hochschullandschaft einzigartige Gebäude sein, für das auf dem zentralen Campus am Mittwochnachmittag der Grundstein gelegt wurde.
LuSt steht für Lern- und Studienzentrum – es wird in 13 Monaten aus dem bisherigen Parkplatz an der Weender Landstraße empor wachsen und dann ausschließlich Studierenden für das Lernen zur Verfügung stehen. Pikant ist, dass das Gebäude aus dem Topf der Studiengebühren finanziert wird – und damit sind längst nicht alle einverstanden, was in der kurzen Feierstunde erneut deutlich wurde.
In Ruhe lernen, arbeiten, sich auf Prüfungen vorbereiten, aber auch andere Studenten treffen, sich unterhalten, diskutieren und Arbeitsgruppen abhalten – all’ das soll in dem wohl neun Millionen Euro teuren Gebäude möglich sein, das es so in Deutschland noch nicht gibt, wie Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und Architekt Reiner Becker (Berlin) betonten.
Der Studienort Göttingen werde damit noch attraktiver, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer. Für Beisiegel ist ein solches Lerngebäude für Studenten einfach notwendig. Das LuSt wird 673 Arbeits- und Lernplätze in verschiedenen Kabinengrößen geben. Die sollen von den Studenten tageweise gebucht werden können. Das Gebäude wird aber auch Gruppen- und Seminarräume bieten.
Architektonisch galt es, für Reiner Becker einen Spagat hinzubekommen: Einerseits das Einbeziehen des Reitstalltores zum Campus hin, andererseits die – von der Stadt gewünschte – Öffnung zur Weender Landstraße. Das Gebäude wird nun in einer U-Form zum Campus geöffnet sein, den optische Durchschlupf zur Weender schaffen große Glasflächen. Zudem gibt es auch von dort einen Eingang. „Ein klarer Fortschritt zu früher, wo hier nur ein Blech-Parkplatz war“ freut sich Rainer Bolli, der Leiter des Gebäudemanagements. Es sei ja auch lange über das Projekt diskutiert worden – zwei Jahre währten die Planungen bis zur Grundsteinlegung.
Dass die Millionen für das Lern- und Studiengebäude aus dem Topf der Studiengebühren kommen, stößt in vielen Ecken auf Kritik: Oberbürgermeister Wolfgang Meyer ist schlicht „gegen Studiengebühren und für eine Abschaffung“. Die Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel sagt: „Wenn es sie gibt, müssen wir das Beste daraus machen“ – und tröstet sich damit, dass die Studenten ja aktiv an der Planung beteiligt gewesen seien.
Ihren Protest bekundeten einige Studenten, indem sie per Megaphon auf Planungsfehler des „Prestigeobjektes“ hinwiesen und um Buchspenden für das LuSt warben.
Von Thomas Kopietz



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