1021.01.1021.01.10|Göttingen|2 Kommentare
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Göttingen. Göttingen ist eine Radfahrer-Stadt. Vor allem für die Studenten ist das Rad ein ideales Fortbewegungsmittel. Auch der Chef der Göttinger Universitätsmedizin, Professor Cornelius Frömmel, kommt jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit.

© Foto: Rink/pid
Nie ohne Helm: Der Leiter der Göttinger Universitätsmedizin, Professor Cornelius Frömmel, kommt stets mit dem Fahrrad zur Arbeit.
In einem Punkt unterscheidet er sich indes von vielen Radfahrern: Der Vorstandssprecher trägt immer einen Helm.
Wenn Frömmel zu Beginn eines Semesters neue Studenten begrüßt, dann prägt er ihnen immer ein: „Entweder fahren Sie mit Helm, oder Sie haben einen Organspendeausweis – am besten beides.“ Bislang hat sein Appell wenig gefruchtet. Vor allem Studentinnen sind Helmmuffel, hat Frömmel festgestellt.
Das soll sich ändern: Zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Charité in Berlin will er einen Fahrradhelm entwickeln lassen, der von Frauen akzeptiert wird.
„Normalerweise sind Frauen klüger, was die Gesundheit betrifft“, meint Frömmel. Frauen gingen eher zur Vorsorge und ernährten sich oft gesünder. Nur beim Radfahren sei dies anders. Nach seinen Schätzungen tragen rund 30 Prozent der Medizinstudenten in Göttingen einen Helm, bei den Studentinnen liege die Quote dagegen zwischen fünf und zehn Prozent.
Für diese Verweigerungshaltung führten sie verschiedene Gründe an. So könnten Fahrradhelme nicht nur die Frisur beeinträchtigen, sondern seien auch so geformt, dass es beim Tragen eines Zopfes im Nackenbereich drücke.
In dem Kooperationsprojekt wollen die Kliniken nun in Zusammenarbeit mit einem Hersteller nach Lösungen suchen, wie sicherheitstechnische, praktische und ästhetische Gesichtspunkte unter einen Hut beziehungsweise Helm gebracht werden können. Damit das neue Modell auch tatsächlich akzeptiert werde, sollten die Studentinnen selbst mit einbezogen werden, sagte Frömmel. Auch die Sparkasse Göttingen will das Projekt finanziell unterstützen.
Spätestens zum kommenden Wintersemester sollen die Studienanfänger zur Begrüßung dann nicht nur die mahnenden Worte zu hören bekommen, sondern auch einen neuen Fahrradhelm erhalten. „Medizinstudenten sollten bei der Prävention Vorbild sein“, meint der Chef der Universitätsmedizin. „Auch deshalb möchte ich, dass alle unsere Studenten mit Helm fahren.“
Von Heidi Niemann
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