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Kassel. Mehrere Millionen Sprengkörper sind während des Zweiten Weltkriegs über Deutschland abgeworfen oder verschossen worden: Von der kleinen Handgranate bis hin zur mehrere Tonnen schweren Luftmine.

Die Folgen dieser verheerenden Bombenabwürfe sind in ganz Deutschland noch immer zu sehen. Fast täglich rücken bundesweit Sprengmeister aus, um alte Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Denn zwischen zehn und 30 Prozent der Bomben, so schätzen Sprengexperten, sind damals nicht explodiert.
Wie gefährlich Blindgänger auch heute noch sind, wird an den Selbstzündungen deutlich, die immer wieder vorkommen. So explodierte im Jahr 1993 in der Nähe des Göttinger Schützenplatzes eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Verletzt wurde damals niemand. Gefährliches Erbe: Die Bomben, die alliierte Flugzeuge über dem Deutschen Reich abwarfen, können noch immer explodieren.
Neben Bomben beseitigen sie auch Gewehrmunition, Granaten – und Minen, wie am Mittwoch in Ziegenhain (Schwalm-Eder-Kreis). Zwar seien Bomben mittlerweile stark korrodiert und sähen weniger gefährlich aus. „Der Sprengstoff ist aber noch immer explosiv“, sagt Karsten Wollf von der zuständigen Zentralen Polizei-Direktion Niedersachsen.
Bei einem Fund sollte man deshalb sofort die Polizei verständigen. Die Beseitigung der Altlasten ist nicht immer so einfach, wie bei der am Mittwoch in Kassel gefundenen Fliegerbombe. Sind die Zünder beschädigt oder so stark verrostet, dass die Bombe nicht mehr entschärft werden kann, kommt nur noch eine Sprengung direkt vor Ort infrage.
Von Tatjana Braun und Frerk Schenker
(aus dem Archiv vom 9. April 2009)
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