Göttingen. Mit einem eigenem Entschuldungsprogramm hat die Stadt Göttingen am Freitag Spekulationen auf eine Fusion mit umliegenden Landkreisen eine endgültige Absage erteilt.
Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) legte dem Stadtrat eine umfangreiche Liste vor, um im kommenden Jahr fünf Millionen Euro an laufenden Kosten einzusparen. Damit könnte die Stadt 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und eine Voraussetzung erfüllen, um den so genannten Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen abzuschließen. Der Stadt würden dann Altschulden in Höhe von rund 170 Millionen Euro erstattet.
Der Entwurf des Entschuldungsprogramms soll in den kommenden Wochen öffentlich diskutiert, die endgültige Fassung vor der Sommerpause vom Stadtrat verabschiedet werden.
Für Gäste aus dem Umland spürbar werden dürften unter anderem folgende Vorschläge:
Auch hier soll gespart werden: Das Junge Theater (Bild) und das Deutsche Theater sollen fusionieren.• Fusion von Deutschem Theater und Jungem Theater: Zur Spielzeit 2013/14 sollen nach dem Entwurf der Stadt die beiden großen Theater fusionieren. Das Junge Theater soll unter dem Dach des Deutschen Theaters geführt werden und seine künstlerische Eigenständigkeit behalten. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Die Stadt würde bis zum Jahr 2020 rund 1,7 Millionen Euro sparen.
• Schließung des Freibads Weende: Die notwendige Sanierung des Bads würde laut Stadt 4,5 Mio. Euro kosten, bei zuletzt 50 000 Besuchern pro Jahr. Demgegenüber stehen das Freibad Brauweg, das Naturbad Grone und das Hallenbad Eiswiese, die laut Verwaltung für die Einwohner Göttingens ausreichend Wasserfläche vorhielten. Betroffen von der Schließung wären die Bewohner des Stadtteils Weende und jene der nördlich an Göttingen angrenzenden Gemeinden.
• Fusion der Kulturzentren musa und KAZ: Die beiden Zentren sollen weiter an zwei Standorten arbeiten, aber eine gemeinsame Leitung und Verwaltung erhalten. Bis zum Jahr 2020 könnte die Stadt damit 280 000 Euro sparen.
• Höhere Automatensteuer: Der Besuch in Spielhallen in Göttingen könnte teurer werden. Die Stadt schlägt vor, die Automatensteuer im Jahr 2015 auf 18 Prozent anzuheben. Derzeit liegt sie bei 12 Prozent, soll in diesem Jahr aber noch auf 15 Prozent steigen. Steigt die Abgabe für die Betreiber, werden Automatenspiele möglicherweise teurer.
• Höhere Parkgebühren, mehr kostenpflichtige Parkflächen: Mit einer Anhebung der Parkgebühren ab 2014 sollen 300 000 Euro pro Jahr mehr eingenommen werden. Bis zu 200 000 Euro pro Jahr zusätzlich will die Stadt mittels neuer gebührenpflichtiger Parkflächen erzielen.
• Steuererhöhungen: Die Grundsteuer B soll von 530 auf 560 Prozent steigen, ab 2013 auf drei Jahre befristet auf 590 Prozent. Mehrkosten für ein Einfamilienhaus: rund 35 Euro pro Jahr. Ab 2016 soll die Gewerbesteuer möglicherweise von 430 auf 450 Prozent angehoben werden - es sei denn, die Finanzlage lasse einen Verzicht darauf zu.
Von Tatjana Coerschulte



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.