GÖTTINGEN. „Gegeben sei ein regelmäßiges Oktaeder der Kantenlänge 1 sowie ein Tetraeder, dessen Ecken sämtlich auf der Oberfläche dieses Oktaeders liegen. Zeigen Sie, dass die Oberfläche dieses Tetraeders nicht größer als 2 ist.“
Wer bei dieser Aufgabenstellung nur Bahnhof versteht oder wer nicht gerade die letzten drei Ziffern der Zahl 72010 berechnen kann, der hatte auch nichts bei der niedersächsischen Landesrunde der Mathematik-Olympiade verloren, die am Wochenende von der Universität Göttingen ausgerichtet wurde. Für die rund 200 teilnehmenden Schüler der Klassenstufen 5 bis 13 (darunter etwa 20 Schüler aus den Landkreisen Göttingen und Northeim) dagegen stellten die Aufgaben keine böhmischen Dörfer dar.
In zwei mehrstündigen Klausuren wurden die Fähigkeiten der Nachwuchs-Mathematiker, die sich für diesen Landesentscheid qualifiziert hatten, getestet. „Die kniffligen Aufgaben erfordern logisches Denken, Kombinationsfähigkeit und den kreativen Umgang mit mathematischen Methoden“, sagte Mitorganisator Alexander Malinowski vom Fachbereich Mathematik und Informatik der Uni Göttingen.
Die zwölf besten Mathematiker ab der Klassenstufe 8 qualifizierten sich für die Bundesrunde der Mathematik-Olympiade, die in diesem Jahr ebenfalls in Göttingen stattfindet. Die übrigen Sieger und Platzierten erhielten Preise und Medaillen.
„Ich war noch nie auf einer Veranstaltung, die so gut organisiert war wie diese“, lobte Ute Lem aus Heeslingen, die ihren Sohn Felix nach Göttingen begleitet hatte. Dass alle Anwesenden auf ihre Kosten kamen, dafür sorgte auch das umfangreiche Begleitprogramm mit mathematischen Spielen, Vorträgen und Führungen, das am Samstag zahlreiche Besucher in das Mathe-Institut gelockt hatte.
Von Per Schröter



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