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Keine Zucht für Tötungszwecke

Tierschützer fordern Aufhebung der Sezierpflicht/Biologen: Lange kein Thema mehr

Tierschützer fordern: Keine Zucht für Tötungszwecke

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Göttingen. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die Universität Göttingen aufgerufen, die Sezierpflicht im Biologie-Studium aufzuheben.

Tierschützer fordern: Keine Zucht für Tötungszwecke: An der Uni Mainz könnten Biologie-Studenten ab Sommer 2012 selbst entscheiden, ob sie getötete Tiere sezieren oder lieber „die tierfreundliche Alternative“ wählen. In Göttingen rennen die Tierschützer damit offene Türen ein: „Das war bei uns schon vor Jahren ein Thema“, sagt Prof. Dr. Rainer Willmann vom Institut für Zoologie und Anthropologie. „Wir sind längst weg vom Töten von höheren Wirbeltieren für Kurszwecke.“

Die Universität Mainz habe als erste Hochschule in Deutschland die Sezierpflicht aufgehoben, teilte Vier Pfoten mit. Damit werde den ethischen Bedenken zahlreicher Studenten Rechnung getragen. „Durch das Anbieten eines Alternativprogramms könnte die Universität Göttingen tausende Tiere vor einem unnötigen Tod retten“, sagte eine Sprecherin.

Das sehen die Biologen in Göttingen auch so. Schon seit Jahren würden keine Ratten, Frösche und Brieftauben mehr seziert, die eigens dafür gezüchtet und getötet worden seien, sagt Willmann. Statt dessen untersuchen die Studenten in Göttingen Aga-Kröten, die aus Australien eingeflogen werden. „Dort sind Aga-Kröten große Schädlinge. Wenn wir dafür bezahlen, dass sie gefangen und ausgeflogen werden, leisten wir einen Beitrag zum Naturschutz in Australien“, sagt Willmann.

Pro Semester beziehe die Uni 80 bis 120 Aga-Kröten. Jede koste ein, zwei Euro, hinzu komme der Transport. Willmann: „Wir sagen, das ist gerechtfertigt. Wir finden, Tiere extra fürs Töten zu züchten ist nicht gerechtfertigt.“

Die Institute erhielten für Ausbildungszwecke auch tote Tiere von Tierärzten, Wildhütern und aus Zoos. Ganz aufs Sezieren verzichten will Willmann nicht. Die ausschließliche Arbeit an Modellen entrücke die Studenten vom Leben. „Nur was man kennt, kann man auch schützen“, sagt Willmann. „Aber: Wenn man einen Frosch kennt, muss man nicht auch noch eine Taube oder eine Ratte anschauen.“

Von Tatjana Coerschulte

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