Göttingen. Die Zeiten, in denen Verkehrssünder ihre Knöllchen an Ort und Stelle bar bezahlen konnten, sind in Göttingen vorbei. Wie bei der Polizei im übrigen Niedersachsen hat bei der Polizeiinspektion Göttingen in diesem Monat der bargeldlose Zahlungsverkehr Einzug gehalten.
„Dies ist keine Ergänzung der Barzahlung, sondern deren komplette Ablösung“, sagt Thomas Rath, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen. Obwohl die Umstellung „uns innerbetrieblich sehr viel Kraft kostet und sie sicher auch zu Diskussionen mit Bürgern führen wird“, hält er die Neuerung für sinnvoll. „Kartenzahlung hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verbreitet. Der Vorgang ist überdies moderner und weniger umständlich als Barzahlung.“
Das Kartenlesegerät, von dem landesweit 1412 Stück angeschafft und 48 an die Polizeiinspektion Göttingen ausgeliefert wurden, ist handlich. Es bucht sich am Ort des Geschehens in ein verfügbares Mobilfunknetz ein. Der Polizist braucht nur noch den Anweisungen im Menü zu folgen. Dabei wird der Betrag eingegeben (Verwarngelder bis 35 Euro, Sicherheitsleistungen bei ausländischen Autofahrern oder Geld zur Abwendung eines Haftbefehls) sowie anhand eines Zahlencodes die Art des Vergehens.
„Das liefert uns verlässliche Zahlen über Verwarnungen im Bereich der Verkehrsordnungswidrigkeiten und ermöglicht es so, besser Brennpunkte zu erkennen und dort gezielte Maßnahmen durchzuführen“, sagt Karl-Hubert Wüstefeld, Leiter der Abteilung Streifendienst 1 (ESD 1) bei der Polizeiinspektion Göttingen.
Nachdem die EC-Karte oder die Kreditkarte des Verkehrssünders in das Gerät gesteckt wurde, druckt es eine Quittung aus und der Vorgang ist abgeschlossen. „Dadurch gibt es keine Bargeldkassen mehr, keine aufwendigen Formulare oder manuelle Listen und keine Probleme mit Wechselgeld“, so Wüstefeld. Das alles führe dazu, das die Verwaltungsabläufe deutlich vereinfacht würden. Lediglich wenn der Betreffende keine EC- oder Kreditkarte dabei hat, kommt die Zahlungsaufforderung per Post ins Haus.
„Bis jetzt muss man sagen, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr von den Bürgern gut angenommen wird“, sagt Julia Hunold, Streifenpolizistin bei der Göttinger Innenstadtwache. „Natürlich ist grundsätzlich niemand erfreut, wenn er ein Verwarngeld bezahlen muss, aber wir sind schon vor dem 1. Juli oft gefragt worden, ob nicht auch mit EC-Karte gezahlt werden könne.“ Zumindest diese Frage werden die Göttinger Polizisten nun nicht mehr zu hören bekommen.
Von Per Schröter



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