Göttingen. Eine so erregte Verhandlung wie am Freitag hat es selten am Göttinger Landgericht gegeben. Immer wieder mussten die Rechtsanwälte ihre erregten Mandanten zurückhalten.
Dabei standen sich die beiden Kontrahenten einmal sehr nahe: Heinrich Prinz von Hannover, 50-jähriges Mitglied des Welfenhauses und Geschäftsführer des MatrixMedia-Verlages in Göttingen, und Désirée Nick, 55-jährige Entertainerin, Schauspielerin und Autorin.
Heinrich Prinz von Hannover.Um eben diese Nähe geht es: Hannover will die einstige „Dschungelkönigin“ gerichtlich verpflichten, sich nicht mehr in den Medien über ihre private Beziehung zu äußern. Der Prinz und die Diva waren früher einmal liiert, aus der Verbindung stammt ein 15 Jahre alter Sohn. Seit 1999 ist Hannover mit Thyra von Westernhagen verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Auslöser des Zivilstreits war ein Interview, in dem Désirée Nick berichtet hatte, dass sie seit 2006 wieder eine Liebesbeziehung mit dem Prinzen geführt habe. Hannover sah sich dadurch in seiner Privatsphäre verletzt und zog vor Gericht.
Die Kammer versuchte zunächst, eine gütliche Einigung herbeizuführen, allerdings ohne Erfolg. Nick, die dem Vater ihres Sohnes giftige Blicke zuwarf, erklärte, dass sie in den Monaten zuvor in Boulevardblättern als Person dargestellt worden sei, die dem Prinzen nachstelle. Sie habe diese Herabwürdigungen hingenommen. Als aber eine regionale Tageszeitung darüber berichtet habe, habe sie sich zur Wehr gesetzt. „Ich will, dass die Unwahrheiten ein Ende haben“, sagte sie.
Giftige Blicke
Der Anwalt des Welfenprinzen unterstellte ihr andere Motive. Nick habe es sich nicht mit den Boulevardblättern verscherzen wollen. Zwischendrin hatte der Anwalt Mühe, seinen wütenden Mandanten im Zaum zu halten. Der Prinz steigerte sich derart in seine Erregung, dass er sich an einem Bonbon verschluckte. Ein Urteil wurde noch nicht gesprochen. Es soll Ende Februar verkündet werden.



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