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Rechnen für Hochbegabte - Niedersachsens Schüler holen fünf Medaillen

Niedersachsens Schüler holen fünf Medaillen bei Bundesrunde der Mathe-Olympiade

Rechnen für Hochbegabte - Niedersachsens Schüler holen fünf Medaillen 

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Göttingen. So voll wie an diesem Vormittag ist es selten in der Bibliothek des Mathematischen Instituts der Universität Göttingen. Obwohl sämtliche Tische besetzt sind, ist es mucksmäuschenstill.

© HNA

Höchste Konzentration: Viereinhalb Stunden brüteten die Teilnehmer der Mathe-Olympiade in der Bibliothek des Mathematischen Instituts in Göttingen über den Klausuren.

Medaillen für Niedersachsen

Anna Pepeneit landete in ihrer Jahrgangsstufe im Mittelfeld, Vladislav Stepa kam auf einen guten 14. Platz. Dafür ist einer der jüngsten Teilnehmer vorn dabei: Christian Bernert vom Gymnasium Adolfinum in Bückeburg ist erst in der siebten Klasse, räumte aber im Wettbewerb der Klasse 8 eine Goldmedaille ab. Gold holte auch Robin Fritsch vom Gymnasium Lehrte (Klasse 9). Leonidas Ihlemann vom Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen (Klasse 11) erhielt eine Silbermedaille, ebenso Fabian Schmitthenner vom Gymnasium in Emden (Klasse 11). Über eine Bronzemedaille freute sich Tabea Beese vom Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade. (pid)

Alle, die hier sitzen, sind hoch konzentriert - und hoch begabt: Sie gehören zu den besten Mathematik-Schülern der Bundesrepublik und haben sich für die Endausscheidung der Mathe-Olympiade qualifiziert. Zwei Vormittage lang brüteten sie über den Aufgaben. Gestern standen die Ergebnisse fest. Die Schüler aus Niedersachsen holen fünf Medaillen: zwei Mal Gold, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze. Insgesamt 192 Schüler sind zur Bundesrunde nach Göttingen gekommen. Jedes Bundesland ist mit zehn bis 14 Schülern vertreten, aus Niedersachsen kommen zwölf Teilnehmer. Es ist das erste Mal, dass die Endausscheidung der Mathe-Olympiade in Niedersachsen stattfindet - an einem Ort mit großer Geschichte: Am Mathematischen Institut haben weltberühmte Mathematiker gewirkt, unter anderem Richard Courant, David Hilbert und Felix Klein.

Taschenrechner sind tabu

Die Teilnehmer kommen aus den Klassen 8 bis 13, mit dabei sind aber auch drei Frühstarter aus der siebten Klasse. Die Klausuren dauern viereinhalb Stunden, in dieser Zeit müssen sie jeweils drei Aufgaben bearbeiten. Bis vor zwei Jahren waren bei den Klausuren noch Taschenrechner erlaubt. Inzwischen dürfen die Schüler keine Hilfsmittel mehr benutzen, nur Stifte, Zirkel, Lineal und Geodreieck können sie mit in den Klausurenraum nehmen.

Einige Schüler sind „alte Hasen“. Zu ihnen gehört Anne Prepeneit vom Albert-Einstein-Gymnasium in Buchholz. Sie hat zwei Mal auf Landesebene Gold geholt, ein Mal Silber. Jetzt ist sie in der achten Klasse, deshalb kann sie an der Bundesrunde teilnehmen. Die erste Klausur hat sie schnell bewältigt. „Ich hab auch noch alles in Reinschrift gebracht und war eine Stunde vorher fertig.“ Auch Vladislav Stepa, der die 10. Klasse am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium in Hannover besucht, ist zufrieden: „Es war einfacher als erwartet.“

„In meiner Klasse herrscht eine regelrechte Abneigung gegen Mathe“, meint der Zehntklässler. Anne Pepeneit geht es ähnlich: „Viele in meiner Klasse interessieren sich nicht für Mathe. Ich konnte Mathe aber schon immer, das ist wohl angeboren.“ Die Olympiade soll das Interesse an Mathematik fördern, auch um dem Nachwuchsmangel in vielen Berufen entgegenzuwirken. „Wir brauchen in Deutschland Facharbeiter und Ingenieure, und für diese Berufe ist Mathematik eine ganz wichtige Grundlage“, sagt Susanne Hartwig-Siemon von der Stiftung Niedersachsenmetall, die den Wettbewerb unterstützt.

Von Heidi Niemann

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