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Göttingen. Sechs verletzte Polizisten, ein zerbeultes Polizeifahrzeug, mehrere Ermittlungsverfahren gegen Demonstranten und zwei vorläufige Festnahmen - das ist die Bilanz der Polizei nach dem Einsatz bei einer Protestaktion an der Universität am Dienstagabend.

© Foto: pid
Während der Veranstaltung am Dienstagabend holten im Hörsaal Sicherheitskräfte junge Männer aus den Reihen, die durch wiederholte, zornige Zwischenrufe aufgefallen waren.
Im Zentralen Hörsaalgebäude hatten linke Gruppen gegen einen Auftritt von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse demonstriert (HNA berichtete). Auf Einladung des konservativen Studentenverbunds RCDS hatten die beiden an einer Diskussion zum Thema Kriminalitätsbekämpfung teilgenommen. Schon Tage zuvor hatten linke Gruppen dazu aufgerufen, den Zugang zum Saal zu blockieren.
Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehreren Hundertschaften auf dem Campus im Einsatz. Während der Veranstaltung kam es im Foyer zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.
Die Göttinger Links-Partei wertete den Protest als Erfolg. Der Landtagsabgeordnete Patrik Humke erklärte am Mittwoch, den „massiven Polizeieinsatz“ auf dem Uni-Gelände im Landtag thematisieren zu wollen. Auch die Grüne-Hochschulgruppe kritisierte das Polizeiaufgebot. Sie gehe davon aus, dass die Veranstaltung eine bewusste Provokation des RCDS gewesen sei, sagte eine Sprecherin.
Aus Sicht der Antifa, die zuvor zum Protest aufgerufen hatte, hat eben dieser den Besuch Schünemanns zu einem „Debakel“ werden lassen. Die Aktion sei der Auftakt einer Kampagne gegen „die repressive Innenpolitik in Niedersachsen“, kündigte eine Sprecherin an. (coe)
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