Göttingen. 40 Hebammen haben Freitagnachmittag in Göttingen für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Die Kundgebung am Alten Rathaus war der Abschluss einer niedersachsenweiten Aktion.
Seit dem 7. Oktober waren Hebammen nacheinander in Oldenburg, Hannover, und Stade in den Streik getreten. Sie fordern 30 Prozent mehr Lohn, sonst drohe dem Berufsstand das Aus. Auch in Südniedersachsen, wo es momentan noch 150 Freie Hebammen gibt, könnten die Geburtshelferinnen verschwinden.
Das Problem sei nicht mangelnde Nachfrage, sondern die Bezahlung. Während die Einnahmen konstant blieben, seien die Ausgaben stark gestiegen. „Seit zwei Jahren spitzt sich die Lage zu“, sagt Uschi Fietz, Vorsitzende des Hebammenverbands in Niedersachsen.
Ein Beispiel: 2007 habe eine Hebamme 2,7 Geburten betreuen müssen, um die Kosten für die Berufshaftpflicht abzudecken. Mittlerweile seien es 18 Geburten. Denn die Versicherung kostet mittlerweile bis zu 4000 Euro im Jahr.
Verhandlungspartner der Hebammen sind die Krankenkassen. Doch die hätten durch das Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz kaum Verhandlungsspielräume.
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