Göttingen. Freitag, 22 Uhr: In der Sporthalle der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule herrscht Hochbetrieb. Rund 60 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sind gekommen, um am ersten integrativen Fußballturnier für Freizeitmannschaften um den Moonsport-Weststadt-Cup zu teilzunehmen.
Die meisten haben einen Migrationshintergrund, stammen aus unterschiedlichen Kulturen und sozialen Schichten. Viele haben schon mal mit der Polizei zu tun gehabt.
Hier aber dreht sich alles um den Sport. Das Motto lautet „Kicken mit Fairness und Spaß am Spiel“. Und daran scheinen sich alle Jugendlichen halten zu wollen. Die Stimmung ist prima.
„Ich finde es super, dass so etwas angeboten wird“, sagt Ahmad El-Mardini. Der 18-Jährige Göttinger liebt Fußball, spielt in der A-Jugend des Mitveranstalters Sparta Göttingen. „Wenn ich nicht hier wäre, dann wäre ich heute sicher mit Freunden unterwegs“, so Ahmad. Ihm gehe es bei diesem Turnier nicht unbedingt um den Sieg. „Ich möchte neue Leute kennen lernen, die auch Spaß am Fußball haben“, sagt er.
„Ich freue mich, auch mal abseits vom Verein Fußball spielen zu können“, sagt der 16-jährige Nicklas Janzen. Während sein Freund Ahmad El-Mardini schon des öfteren an den Moonsport-Veranstaltungen teilgenommen habe, ist er zum ersten Mal dabei. „Wenn ich mehr Zeit hätte, dann würde ich hier regelmäßig mitmachen.“
„Ich freue mich über die tolle Resonanz bei den Jugendlichen“, zeigt sich Margret Reinecke, Leiterin des Präventionsteams der Polizeiinspektion Göttingen und Initiatorin von Moonsport, zufrieden mit der Veranstaltung. „Unser Ziel war es, ein weiteres alternatives und sinnvolles Freizeitangebot zu schaffen, bei dem Jugendliche mit anderen Sport treiben können, unabhängig ihrer sozialen Herkunft“, so Reinecke. Außerdem habe man etwas Abwechslung in das Moonsport-Angebot bringen wollen. „Und das ist uns nicht zuletzt dank der großartigen Organisation durch Hansi Lechte von Sparta Göttingen auch gelungen.“
Zufrieden zeigte sich auch Martin Wagenknecht, der zusammen mit Lechte das Schiedsgericht bildete. „Da der Fairnessgedanke im Vordergrund steht, haben wir uns dazu entschlossen, ganz ohne Schiri zu spielen und die Spieler bei Fouls selbst entscheiden zu lassen.“ Und das habe ausgezeichnet funktioniert.
Was den von Hansi Lechte gestifteten Wanderpokal angehe, machte sich Wagenknecht keine allzu großen Hoffnungen. „Der kommt bestimmt nicht wieder“, sagt er lächelnd. „Aber das macht auch nichts, dann besorgen wir beim nächsten Mal eben einen neuen.“
Von Per Schröter



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