Göttingen. Das Deutsche Theater sei ein Zukunftsmodell, davon könnten viele Einrichtungen an anderen Orten lernen. Dieses Kompliment gab es am Mittwoch für die Verantwortlichen des DT von Detlef Meyerjohann und Joachim Beclowitz vom Landesverband des Deutschen Bühnenvereins.

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Kalt war ihnen wirklich nicht: In der Sonne vor dem Deutschen Theater zeigt sich Gastgeber und DT-Intendant Mark Zurmühle mit Detlef Meierjohann, dem Landesvorsitzenden des Bühnenvereins, und Joachim Benclowitz, Geschäftsführer des Landesverbandes Nord. Im DT trafen sich 50 Intendanten und Geschäftsführer der Theater aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
Dort sei schon im Gange, was andernorts gefordert ist: sich über neue Projekte den Zuschauern zu öffnen. Auch der Spardruck und somit die aktuell vorgetragenen Fusionsvorschläge der Stadt Göttingen sind ein Thema am Rande der Tagung.
„Wir waren überrascht, wenngleich diese Überlegungen einer Fusion oder Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater (JT) ja nicht neu sind“, sagt DT-Geschäftsführerin Bettina Reinhart.
Intendant Mark Zurmühle will wie Reinhart inhaltlich noch keine Einzelheiten zu den Plänen nennen. „Wir sind erst in der Findungsphase“, sagt Zurmühle. Das Modell Kooperation mit dem JT sei immer mal wieder ein Thema gewesen, nun sei es als Ziel von der Stadt formuliert worden.
Generell – so Zurmühle – müsse man darüber nachdenken. Aber Aussagen nur auf Absichtserklärungen hin zu treffen, das verbiete sich im Moment noch, sagen Mark Zurmühle und Bettina Reinhart unisono.
Zuschlagen wollen beide die Tür für solche Vorhaben aber nicht: „Man muss ehrlich sein und sagen: Andernorts funktionieren bereits Kooperationen – so gab es in Wien schon vor vielen Jahren nur noch eine Bühnenwerkstatt für alle Spielstätten, das geht“, schildert Mark Zurmühle. Möglich wäre auch eine Zusammenarbeit im Bereich Kartenverkauf.
Auch müsse man sich fragen, ob in den beiden Theatern unbedingt zwei Verwaltungsebenen vorhanden sein müssten. Auch das DT stehe unter Sparzwängen, und da dürfe man sich diesen Fragen nicht verschließen, sagte Zurmühle, der die Kooperationen aber zunächst nur auf diesen Ebenen sehen möchte. Denn eines will der Leiter des Traditionshauses unbedingt erhalten: die künstlerische Eigenständigkeit der Theater und die Vielfalt vor Ort. „Das ist ganz wichtig. Wenn die verlorengeht, wäre das der „Tod der Kultur“, formuliert Zurmühle im Vorfeld der heutigen Kulturausschusssitzung (16.30 Uhr, Studio im DT) deutlich.
Der Intendant freute sich darüber, dass sein Theater von den Kollegen in Norddeutschland als ein richtungsweisenden Haus für die zukünftige Ausrichtung auf das Publikum gesehen wird. „Das hören wir gerne.“ Und: „Jugendprojekte wie Hart am Wind sind sehr, sehr wichtig für unser Theater.“
Von Thomas Kopietz



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