503.08.1003.08.10|Hann. Münden|2 Kommentare
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Hann. Münden/Witzenhausen. Anrainergemeinden von Werra und Weser wappnen sich im Kampf um eine Verringerung der Salzfracht in der Werra. Anlass ist die vom Kalikonzern K+S beantragte Pipeline zur Entsorgung von Salzabwässern in die Werra bei Phillipsthal.
K+S hat beim Regierungspräsidium (RP) Kassel außerdem eine Erlaubnis beantragt, auf Dauer Salzlauge in die Werra einzuleiten. Die bisherige Einleitungsgenehmigung läuft 2012 ab. Bis dahin hat K+S das Recht, bis zu 2500 Milligramm Chlorid pro Liter (mg/l) in die Werra zu entsorgen – gemessen am Pegel Gerstungen.
Knackpunkt ist die hohe Salzbelastung der Werra. Die Europäische Union (EU) verlangt in der Wasserrahmenrichtlinie, also in einem Gesetz, dass die Staaten für eine gute Qualität der Flüsse sorgen müssen. Konkret: Die EU schreibt einen Grenzwert von 250 Milligramm Chlorid pro Liter Wasser vor. Das ist ein Zehntel der bis 2012 genehmigten Menge am Pegel Gerstungen. Genau da setzt die Kritik der Flussanrainer an, sie fordern die Einhaltung der EU-Vorschrift ab 2012.
Heute treffen sich im Witzenhäuser Rathaus etwa 40 Vertreter von Werra- und Weseranrainerkommunen, darunter auch der Stadt Hann. Münden, sowie von Stadtwerken, Vereinen und Verbänden. Ziel des Treffens ist nach Auskunft von Witzenhausens Bauamtsleiter Bernd Westermann, sich abzustimmen, um eine fachlich und rechtlich fundierte Stellungnahme zu den Anträgen von K+S abgeben zu können. Bei der Ausarbeitung einer gemeinsamen Position werden die Flussanrainer von Prof. Dr. Breuer aus Köln unterstützt, einer der renommiertesten Wasserrechtler Deutschlands.
Zu einer Stellungnahme wurden die Anrainer, also auch die Stadt Hann. Münden, vom RP aufgefordert. Deshalb ist die Einleitung von Salzabwässern auch Thema in den Ortsräten von Hann. Münden.
ZUM TAGE, HINTERGRUND
Von Helmut Krischmann
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