Hann. Münden. Seit 110 Jahren gibt es in Deutschland die Kreisvolkshochschulen. Seit der Gründung der ersten Organisation dieses Namens 1902 in Berlin hat sich im Bereich der Erwachsenenbildung immens viel getan: Die Angebote sind immer umfangreicher geworden. Allein die Kreisvolkshochschule (KVHS) Göttingen, an die auch Hann. Münden angegliedert ist, hat elf Außenstellen – von Duderstadt bis Staufenberg.
Entstanden ist die Idee der Erwachsenenbildung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als es darum ging, demokratische Gedanken in der Bevölkerung zu entwickeln und die politische Emanzipation zu fördern.
In Hann. Münden gab es die ersten Bildungsangebote für Erwachsene sogar schon 1849. Ein Arbeiterverein hatte sich zum Ziel gesetzt, durch Vorträge und regelmäßigen Unterricht die Mitglieder zu bilden. Die Arbeit des Vereins, der seit 1864 „Arbeiter-Bildungsverein“ hieß und 150 Mitglieder zählte, wurde während des 1. Weltkrieges (1914 -1918) auf Eis gelegt. Danach fanden ab 1919 in Hann. Münden die ersten Volkshochschulkurse statt.
1921 gründete sich offiziell der Verein „VHS Münden“, der allerdings 1933 aufgelöst wurde und erst nach dem 2. Weltkrieg seine Arbeit wieder aufnahm.
Damals wie heute finden sich Sprachkurse im Programm, 1946 stand Englisch auf dem Plan, heute sind Spanisch, Polnisch, Russisch und Französisch dazu gekommen. Es gab bereits 1946 Angebote aus dem Kreativbereich, hier liegt auch heute noch einer der Schwerpunkte der KVHS Münden.
Für mehr Bewegung sorgte 1946 der Kurs „Rhythmische Gymnastik für Frauen“. Heute stehen in einem Semester alleine für die Außenstelle Hann. Münden mehr als 20 Bewegungs-Kurse im Programm.
In den 1980er Jahren richtete die KVHS Jahreslehrgänge für arbeitslose Jugendliche zur Förderung der Ausbildungsreife und zur Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses ein, heute gibt es außerdem viele Angebote für Berufsrückkehrerinnen. Mitte der 80er Jahre folgte die Einrichtung der ersten EDV-Kurse. Bis dahin wurde „Maschinenschreiben“ angeboten. In den 90er Jahren entstand die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit.
Im Frühjahr 2000 erfolgte der Umzug der KVHS-Außenstelle in das Gebäude Wilhelmshäuser Straße 90 in Neumünden, bis dahin fanden die Kurse an verschiedenen Stellen, unter anderem im Haus des Handwerks statt.
Seit 2005 gibt es bei der KVHS Integrationskurse für Migranten in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Es entstand eine Kooperation mit dem Internationalen Bund.
„Wir versuchen, unser Angebot immer der aktuellen Nachfrage anzupassen, sei es im Bereich der Sprachen oder bei den Themen Gesundheit und Ernährung, die immer mehr nachgefragt werden“, erzählt Barbara Greve, Leiterin der KVHS-Außenstelle Münden.
Das Frühjahrssemester hat begonnen, weitere Informationen unter www.kvhs-goettingen.de (zwh)



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