411.08.1011.08.10|Hann. Münden|
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Adelebsen. „Das bringt mir was“, sagt der Elektriker Marco Tute, ehemaliger Mitarbeiter des Sägewerks Klausner in Adelebsen. An diesem Morgen sitzt er gemeinsam mit acht anderen Kollegen in einem der angemieteten Räume von Franke Stahl in Adelebsen vor Monitoren und anderen elektronischen Geräten.

Intensives Training: Ingenieur Derwis Tümen (Krefeld) (2. von links) bei der Schulung ehemaliger Klausner-Elektriker, damit sie SPS-Fachkräfte werden.
Ziel der PTG ist, die Frauen und Männer, die ihren Job bei Klausner verloren haben, bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu unterstützen. Dazu gehört auch, sie wenn nötig weiterzubilden, damit sie am Ende des maximal 12-monatigen Trainings wieder einen Job finden. Zurück zu den Elektrikern.
Was für den Laien böhmische Dörfer sind, ist ein Kurs Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS-Steuerung), den der Entwicklungsingenieur Dervis Tümen aus Krefeld leitet. Er schult die Elektriker in dem 14-tägigen Kurs, damit sie Fachkraft für SPS-Steuerung werden.
Mitarbeiter mit dieser Zusatzqualifikation würden in der Industrie gebraucht, sagt Tümen, um vollautomatisierte Anlagen, beispielsweise zum Verpacken und Befüllen von Produkten, zu warten. Tümen: „Die SPS-Fachkräfte sind die Feuerwehr, wenn eine Störung auftritt.“
Sebastian Kerl (27) ist einer der jüngsten unter den ehemaligen Klausner-Mitarbeitern. Nach der Betriebsschließung in Adelebsen arbeitete er ein halbes Jahr im Klausner-Werk Wismar. Den SPS-Kurs hätten seine Kollegen und er sich gewünscht, sagt der Elektriker, um die Chancen auf eine Anstellung zu verbessern.
Am 1. Juni begann die PTG, eine bundesweit tätige gemeinnützige Transfer-Gesellschaft, in Adelebsen mit ihrem Training. Nach acht Wochen haben nach Auskunft von Reiner Rode 29 der 148 ehemaligen Klausner-Mitarbeiter eine neuen Arbeitsplatz gefunden. Mit dieser Quote von rund 20 Prozent ist der Leiter der PTG-Geschäftsstelle zufrieden. Dies vor dem Hintergrund einer schwierigen Ausgangslage:
• Die meisten der Beschäftigten sind zwischen 40 und 50 Jahre alt.
• Die Arbeitslosenquote in Südniedersachsen ist mit sieben bis zehn Prozent relativ hoch, verglichen mit anderen Regionen.
Zwar sind über 80 Prozent der früheren Klausner-Belegschaft Fachkräfte, überwiegend Schlosser, Elektriker und Mechaniker. Allerdings genüge das heutzutage nicht, so Rode. „Die Fachkräfte können Dinge, die es heute nicht mehr gibt“. Um sich dem, was der Markt fordert, anzupassen, werde gezielt weitergebildet.
Von Helmut Krischmann
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