Lippoldshausen. Exakt 634 Dorfbewohner wies die Einwohnermeldestatistik zum 31. Dezember 2011 für Lippoldshausen aus, Ende 2003 waren es noch 721 gewesen.
Wie vor fast allen Dörfern der Region macht der demografische Wandel auch vor dem schmucken Ilksbachdorf nicht Halt: Junge Leute suchen Arbeit in den Ballungsregionen, Paare haben weniger Kinder, die dörfliche Infrastruktur ist ausgedünnt, Lebensmittelmarkt, Schlachter und Bäcker gibt es nicht mehr.
„Ich bin sicher, dass wir für unser Dorf erfolgreicher sind, wenn wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.“
Was also tun? „Anpacken statt jammern: Wir nehmen unsere Geschicke selbst in die Hand“ – das hat sich der Ortsrat unter der Führung des neuen Ortsbürgermeisters Gerd Hujahn auf die Fahnen geschrieben. Mit einem neuen „Förderverein Lippoldshausen e.V.“, der am Donnerstagabend ab 18.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus gegründet werden soll, erhofft sich Hujahn viele Ideen und Anregungen, die den Ort lebens- und liebenswert erhalten sollen.
Mit dieser seiner Idee möchte der Ortsbürgermeister die Dorfgemeinschaft auf ein breites Fundament stellen. „Es sollen alle an einem Strang ziehen“, sagt er, und: „Wir wollen damit aber keine Konkurrenz zu bestehenden Vereinen oder Verbänden bilden, im Gegenteil: Wir werden mit allen Vereinen, Verbänden und der Kirchengemeinde eng zusammenarbeiten und diese beteiligen.“
Ziel des Vereins soll es sein, Fördergeld und Spenden einzusammeln, um die dörfliche Gemeinschaft zu unterstützen und Projekte im Ort zu organisieren – etwa die Unterstützung der Kinder- und Jugendpflege oder die Seniorenarbeit. Zur Stärkung des Wir-Gefühls soll der Verein zudem Feste und Jubiläen wie „750 Jahre Lippoldshausen“ im kommenden Jahr vorbereiten. „Durch Imagepflege und attraktive Angebote hoffen wir Lippoldshausen zu einer begehrten Wohnadresse zu machen, um Menschen dazu zu bewegen, sich bei uns anzusiedeln und unsere Gemeinschaft zu verstärken“, fasst Hujahn zusammen.
Der Ortsrat will sich vor dem Hintergrund leerer Haushaltskassen in Hann. Münden nicht allein auf die Stadt verlassen, um Verbesserungen zu erreichen und etwa neue Spielgeräte für den Spielplatz zu bekommen.
„Aus dieser Bittstellerhaltung gegenüber der Kommune möchten wir raus - und ich bin sicher, dass wir erfolgreich sind, wenn wir unser Schicksal selber in die Hand nehmen anstatt abzuwarten“, schrieb Hujahn in seinen Aufruf auf der Facebookseite „Ortsbürgermeister Lippolds-hausen“, über die er vor allem die jüngeren Einwohner des Dorfes für die Idee begeistern will.
In der Gründungsversammlung des Fördervereine will er vorschlagen, auf einen Mitgliedsbeitrag verzichten, um möglichst alle Lippoldshäuser aller Altersstufen mitzunehmen. Auch einen Jugendvertreter wolle man benennen. Bis zu zehn Beisitzer aus den Reihen der Vereine sollen zudem dazu beitragen, dass alle Gruppen und Verbände im Dorf im neuen Förderverein repräsentiert sind.



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