Jühnde. „Keiner sitzt in Jühnde im Kalten“, sagt Eckhard Fangmeier. Der Sprecher der Genossenschaft Bioenergiedorf Jühnde reagiert auf Nachfrage dieser Zeitung damit auf einen Fernsehbericht von Freitag, wonach die Biogasanlage bei der sibirischen Kälte nicht mehr genügend heize.
Fakt sei, sagte Fangmeier, dass die Biogasanlage in ihrer Heizleistung begrenzt sei. Beiden zweistelligen Minustemperaturen müsse die Anlage 1400 Kilowatt (kW) Wärme erzeugen, ausgelegt sei sie aber nur auf 700 kW. Den Rest an benötigter Wärme erzeuge das Holzhackschnitzelwerk mit 550 kW sowie ein Ölkessel.
Eckhard FangmeierDieser habe jetzt zugeschaltet werden müssen, um die Spitzenlast abzudecken. Dass der Ölkessel zum Einsatz kommen könne, sei bei der Konzeption der Biogasanlage, die vor sechs Jahren in Betrieb ging, mitbedacht worden. Es sei nicht so, dass die Genossenschaft durch die Minusgrade kalt erwischt wurde.
Zwar entstünden durch das zusätzlichen Verbrennen von Öl höhere Betriebskosten, für die Kunden bleibe es aber bei dem bestehenden Wärmepreis. Fangmeier: „Das ist einkalkuliert, die Kunden zahlen 5 Cent pro Kilowattstunde.“
Auch sei es nicht so, dass die Heizkörper aus den Häusern verschwunden seien, sondern die Heizkörper seien überall vorhanden, um das warme Wasser aus dem Nahwärmenetz aufnehmen zu können.
Entfernt worden in den 138 angeschlossenen Häusern Jühndes seien lediglich die Ölbrennkessel und die Ölläger. Denn die würden bei aus Biogas erzeugter Wärme nicht mehr benötigt. Die Wärme werde über die Leitungen in die Häuser geschickt, damit werden nach Fangmeiers Worten sowohl das Wasser als auch die Raum luft erwärmt. (kri) Archivfoto: Hohagen/nh



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